«

»

Nov 05

“PREDATORS” (2010) Review

Als 2010 der dritte alleinstehende Predatorfilm „PREDATORS“ ins Kino kam, ging er ähnlich Sang- und Klanglos unter. Vielleicht waren die Predator-Fans noch von „Aliens vs Predator 2: Requiem“ gebrandmarkt, vielleicht lies das Marketing für den Film zu wünschen übrig, oder die Leute gingen lieber in „Inception“, der kurz darauf anlief. Ich persönlich bekam nicht mal was vom Kinostart mit. Doch die lange Stille um „Predators“, dessen Titel eine klare Anspielung an “Aliens”, der Fortsetzung zu “Alien” ist, wird nun aufgehoben und ich sage euch ob der Film diesen Mantel des Schweigens verdient, oder nicht. Zur Handlung:

predators-reviewEin von Adrien Brody gespielter, beinharter Söldner erwacht im freien Fall. Gerade rechtzeitig erkennt er, dass er einen Fallschirm trägt, kann diesen auslösen und gleitet so in einen düsteren Dschungel. Er kann sich nicht lange wundern, wie er hier hergekommen ist, bis er weitere Soldaten, Killer und Gangster trifft, die alle scheinbar entführt und über dem tropischen Wald abgeworfen wurden, genau wie es Brodys Figur widerfuhr. Nach einigen anfänglichen zwischenmenschlichen Schwierigkeiten (und Schusswechseln) beschließen sie alle gemeinsam einen Weg aus dem rätselhaften Dschungel zu finden, bis ihnen klar wird, dass sie hier hergebracht wurden um gejagt zu werden… (von Predators)

 

Regie für Predators führte Nimród Antal, hauptsächlich bekannt für den Konzertfilm „Metallica: Through the Never“, allerdings ist er das Brainchild von Robert Rodriguez, der den Posten des Produzenten übernahm. Laut eigenen Angaben grübelte Rodriguez schon seit Mitte der Neunziger an dieser Fortsetzung des Predator-Franchises. Damals lehnten die Studiochefs von 20th Century Fox seine Predator-Idee ab, da sie zu teuer schien. Doch mit dem Fortschritt der CGI-Technik und Rodriguez Können Blockbusterstreifen sehr günstig zu produzieren wurde der Streifen 2010 tatsächlich Realität. Anders als „Predator 2“ wollte Rodriguez einen düsteren, dreckigeren Film machen – ein Film, der nach Blut und Schweiß stinkt. So haben sich, wie ich finde, die beiden Predator-Fortsetzungen jeweils einzelne Elemente aus dem Original gekrallt und sich auf diese konzentriert. „Predator 2“ nahm sich die Slasher-Formel und schmierte ordentlich den Schmalz der späten 80s und frühen 90s darauf. „Predators“ hingegen konzentriert sich mehr auf den Actionfilmaspekt und versucht ihn in ein modernes Gewand zu packen – es ist eigentlich schon fast überraschend, dass Jason Stateham nicht im Film auftaucht. Allerdings gibt sich der alte Kumpel von Rodriguez, Danny Trejo die Ehre. Ich bemängelte bei „Predator 2“, dass Danny Glover nicht direkt als Actionheld überzeugt und hier haben wir eine ähnlich verwirrende Casting-Entscheidung mit Adrien Brody als Actionheld. Ich könnte zwar nicht sagen, dass Brody keinen guten Job macht, aber ich frage mich wie man zu Brody kommt und nicht eher jemanden wie… sagen wir mal Clive Owen oder so für den Film castete. Aber egal, nennenswert für die Besetzung sind definitiv noch Laurence Fishburne und Topher Grace. Über Fishburne möchte ich nicht zu viel sagen, da er erst später im Film auftaucht, aber Topher Grace, bekannt aus „Die wilden 70ger“ und Venom aus Sam Raimis „Spider-Man 3“ spielt hier einen äußerst coolen Charakter, der auffällig unpassend in das Raster der knallharten Kerle und Lady passt, die sich durch den Dschungel kämpfen, jedoch den Film um einige Facetten bereichert. Die Effekte des Films haben schwankende Qualität – die titelgebenden Predators und alle praktischen Effekte und Sets sind sehr überzeugend, während so mancher digitale Effekt nicht den Standards eines 40 Millionen Dollar Budgets entspricht. Vor allem wenn man berücksichtigt, dass man die „Stargate“-Technik zur Darstellung ferner Welten verwendete – Sprich: Einfach in einem Wald drehen und mal eine Aufnahme vom Himmel zeigen in dem man mit Computerzauberei ein paar große, fremde Planeten einfügte. Nichts desto trotz ist „Predators“ ein unterhaltsamer Film, vor allem für Leute, die modernere Actionfilme mit ihren dunklen ausgewaschenen Farbpaletten und dem eher dreckigen Style mögen.

 

Mein Fazit: 6,5 von 10 außerirdischen Samurai-Standoffs

„Predators“ ist eindeutig ein kompetenterer Film als „Predator 2“, da er eine klare Vision hatte und diese durchzog. Einige Anspielungen an das Original sind zwar etwas platt, die meisten Twist sind offensichtlich und hier und da wirken die CGI-Effekte unfertig, aber der Streifen ist eine coole Fortsetzung, die man als Fan des Predators gesehen haben sollte. Ob mir „Predators“ oder „Predator 2“ besser gefällt kann ich schwierig beantworten – ich glaube mir gefallen beide Filme etwa gleich gut. Die haben beide ihre Stärken und Schwächen in unterschiedlichster Art und Weise, aber ich mag beide Filme – wenn auch bei weitem nicht so sehr wie das Original. Mehr zur Predatorreihe bequatsche ich übrigens in der letzten Episode des DEGL-TOONS-PODCASTS mit meinem Co-Host Philip!