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Mai 18

Review „GODZILLA“ (2014)

Bevor ich anfange über den aktuellen Kinofilm zu schreiben, möchte ich mich erst noch einmal als absoluter Fan der japanischen Godzillafilme outen. Seit meinem 5ten Lebensjahr sehe ich mir alle möglichen Filme mit Riesenmonstern an und kehre immer wieder zum King Kaiju, dem großen G, Gojira zurück! Ich weiß natürlich, dass man irgend einen Spleen habe muss um sich diese Gummimonsterfilme anzusehen und dass die meisten meine Liebe für das Kaiju Eiga, dem japanischen Riesenmonsterfilm, nicht nachvollziehen können, aber seht meine Leidenschaft dazu heute als Vorteil an, denn ich kann euch mit meiner Expertenmeinung sagen, ob der neue Godzillastreifen seinem Namen gerecht wird! Kommen wir also zur Handlung:

Der Film beginn mit dem von Bryan Cranston gespielten Joe Brody der zusammen mit seiner Frau in einem japanischen Atomkraftwerk arbeitet. Nachdem er eine Reihe von Anomalien feststellt kommt es in dem AKW zu einer Katastrophe die etwas an die Ereignisse von Fukoshima erinnert. 15 Jahre später ist Brody immer noch besessen von dem Vorfall, bei dem seine Frau starb und wird wegen dem Eindringen in die inzwischen gesperrte Zone um das Atomkraftwerk verhaftet. Darum fliegt sein Sohn, die Hauptfigur des Film, Ford Brody gespielt von Aaron Tyler-Johnson (Kick-Ass) nach Japan. Die beiden stoßen sie auf eine Verschwörung die der Öffentlichkeit die Existenz eines verpuppten Riesenwesens namens MUTO verschleiert. Dr. Serizawa (Ken Watanabe) ist der verantwortliche Wissenschaftler, wenn es um Riesenmonster geht. Er erklärt den Brodys auch, dass bereits 54 ein gigantisches Monster, ein Alphapredator mit dem namen GOJIRA (sehr schön, das Watanabes Rolle den Originalnamen benutzt) auftauchte und dass die Atomtests im Pazifik keine Tests waren, sondern Versuche dieses Wesen zu töten. Unterdessen erwacht das Insektenwesen MUTO, das sich von Radioaktivität ernährt und begibt sich auf die Suche nach Futterquellen. MUTO bewegt sich über Hawaii stetig Richtung USA und schließlich taucht Godzilla auf und ist dem Vieh auf den Fersen. Ford Brody hingegen muss auch nach San Francisco, da dort Frau und Kind auf ihn warten, also springt er bei jeder Militäraktion auf, die die Monster verfolgen um so nach Hause zu kommen.

Der Film baut viel auf und lässt sich Zeit bevor er einem die Titelfigur Godzilla zeigt und dann tut er es nur für einen kurzen Augenblick. Gareth Edwards hat sich der „weniger ist mehr“-Philosophie, die Steven Spielberg in „Der Weiße Hai“ und „Jurassic Park“ perfektionierte bemächtigt und baut auf diese Art sehr viel Spannung nach Spielberg-Art auf. Doch obwohl ich das Befürworte und über große Zeit sehr gut fand, überspannt Edwards den Bogen meiner Meinung nach. Denn Godzilla spielt in seinem eigenen Film die zweite, wenn nicht sogar die dritte Geige. Teilweise kam es mir so vor als würde Godzilla von den ganzen Militärfutzies im Film ignoriert, denn alles wovon sie sprachen waren die MUTOs, die auch reichlich oft und meist wie aus dem Nichts auftauchen und so Ford Brodys Bemühungen zu Frau und Kind zu kommen, erschweren! Wenn dann mal Godzilla Auftaucht es ein episches Ereignis, dass leider viel zu kurz andauert und sich dann oft nur im Hintergrund weiter abspielt. Auch Ford Brody als Hauptfigur hatte mir zu wenig Ecken und Kanten um den ganzen Film zu tragen. Er ist der typische, muskulöse, edelmütige amerikanische Soldat, der einfach langweilig und auswechselbar ist, Bryan Cranstons Rolle als dessen Vater wäre eine viel interessantere Figur gewesen, die leider viel zu kurz kommt. Aber ich möchte hier nicht nur nörgeln, auch wenn ich das gerne mache. Godzillas Look in dem Film ist wahrlich klasse und lässt das Fanherz hochschlagen. Das Teasen des Hauptmonsters funktioniert die meiste Zeit des Films richtig gut auch wenn die Belohnung im Finale dann doch nicht so grandios ist.

Mein Fazit: 5,5 von 10 Atomaren Monstern

Gareth Edwards Godzilla ist ein Godzillafilm, und macht einiges Richtig, was Roland Emmerich 1999 an der Materie nicht verstand. da kann man sagen was man will. Allerdings habe ich viele „Abers“ was den Film betrifft. Prinzipiell beschäftigt sich Film mit dem falschen Helden und dem falschen Monster. Die Story der menschlichen Protagonisten schafft es nicht ganz über die monsterfreien Längen hinwegzutrösten und die Monsterszenen selbst sind einfach zu kurz, zumindest die mit Godzilla.

 

Nachwort:
Obwohl mich der neue Godzilla nun nicht völlig überzeugt hat hoffe ich doch, dass nun (nach der 10 jährigen Ruhepause) weiter Filme machen wird. Vielleicht kann man in einer Fortsetzung eines der unzähligen anderen Monstern aus dem Hause Toho bedienen und Godzilla wieder gegen Rodan, Mothra oder King Ghidorrah kämpfen lassen. Oder vielleicht holen die Japaner wieder das Gummikostüm aus dem Schrank und lassen ihre Filmikone wieder auf Tokyo los. So oder so wäre es eine Schande, wenn das größte Filmmonster aller Zeiten es bei einem einmaligen Auftritt belassen würde.