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Feb 15

Review “Stirb Langsam: Ein guter Tag zum Sterben”

Männerabend war angesagt. Na gut, Männerabend mit Freundinnen, aber wenn Bruce Willis alias John McClane mal wieder aufkreuzt, dann bedeutet das, dass das Testosteron Knöchelhoch im Kinosaal steht! 25 Jahre nach “Stirb Langsam” hocke ich also in der Vorpremiere vom 5ten Teil der Reihe. Ob inzwischen nicht nur Bruce Willis in seinen Filmen, sondern auch das Franchise langsam stirbt, werde ich euch sagen.

Wollen wir doch erstmal die Story beleuchten: Wie üblich ist John McClane wiedermal zur falschen Zeit am falschen Ort, dieses mal in Moskau! Eigentlich hatte unser Lieblingskahlkopf vor nach seinen Sohn Jack zu sehen. Die beiden haben nicht gerade das rosigste Verhältnis zueinander, denn McClane Senior  hat keine Ahnung, was McClane Junior so treibt. Erst als dieser wegen Mordes in einem russischen Gericht sitzt schafft es John den Aufenthaltsort seines Sprösslings herrauszufinden und reist ihm hinterher. Doch alles ist anders als es scheint, denn der Junge ist Agent der CIA und versucht den Russen Komorov vor Killerkomandos zu beschützen. Nun müssen Vater und Sohn zusammenarbeiten um lebendig aus der Sache rauszukommen, wobei sich Jack also ebenso harter Knochen wie sein alter Herr entpuppt.

Aber genau hier liegt der Hund begraben. Der bulldoggengesichtige John Jr. ist so ein muskelbepackter Instant-Actionschauspieler, dass er seinem Filmvater fast die Show stiehlt. Natürlich nur fast, denn egal wieviel an Screentime und Actionszenen der Jungspunt bekommt, einem Bruce Willis ist er schlichtweg nicht gewachsen. Trotzdem wird versucht ihn als gleichgestellten Partner zu integrieren anstatt als Sidekick wie es sie im 3ten oder 4ten Teil gab. Doch nicht nur der Sohn, der an Willis Thron sägt ist ein Problem bei den Film, sondern auch, dass beide unverwundbare ein Mann Armeen sind, wie man sie vielleicht bei “The Expendables” erwarten würde, aber es ist eben ein “Stirb Langsam” und kein “Expendables”! Stirb Langsam 1 ist kein unvergänglicher Klassiker, weil McClane ein Supermensch ist, sondern weil er ein ganz normaler Typ ist – na gut, vielleicht nicht ganz normal, aber er ist ein glaubhafter “echter” Kerl, der humpelt, wenn er verwundet wird und der rumschreit, wenn er verzweifelt ist. Der John McClane der moderne baut innerhalb von wenigen Minuten 2 Autounfälle, bei denen vom Fahrer nur noch eine blutige Masse übrig bleiben sollte, er aber aus den Wracks heraussteigt als hätte er gerade rückwärts eingeparkt. Neben der total überzogenen und meist unglaubwürdigen Action, ist es das schwache Drehbuch, dass aus dem 5ten Stirb Langsam einen Film macht, der irgendwo zwischen durchschnittlichen und unterdurchschnittlichen Hirn-Aus-Blockbuster schwankt.

Mein Fazit: 4 von 10 Schweinebacken.

Mit “Stirb Langsam – Ein guter Tag zum Sterben” wurde ein Streifen zu dem erfolgreichen Franchise hinzugefügt, den man sich getrost sparen kann. Vom einstigen bodenständigen Meilenstein ist kaum mehr etwas übrig, denn alles was den ausgemacht hat wurde zugunsten von noch spektakuläreren Badass-Momenten ausgetauscht. Schade, wenn man mit ansehen muss, wie eine so legendäre Filmreihe voll gegen die Wand gefahren wird!

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  1. “Stirb Langsam im Wandel der Zeit” oder “The Rise and Fall of Die Hard” » Degl-Toons

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