«

»

Feb 17

“ROBOCOP (2014)” Review

In meiner Review zu Robocop 1 habe ich ja eingangs erwähnt, dass ich dazu verleitet wurde die komplette Robocop-Reihe für euch zu reviewen, da ich kürzlich das Remake von Robocop gesehen habe. Diese Neuverfilmung von José Padhila aus dem Jahre 2014 scheint etwas die Gemüter zu spalten. Kann der ab 12 freigegebene, eiserne Gesetzeshüter wirklich mit dem alten, brutalen und satirischen Original mithalten? Werfen wir kurz einen Blick auf die Handlung:

Robocop RemakeOmnicorp ist das führende Unternehmen in Sachen Robotik. Auf der ganzen Welt werden in Kriegsgebieten Drohnen und Roboter der Firma eingesetzt um “den Frieden zu sichern”. Nur in Amerika selbst will die Gesellschaft noch nicht so recht von Robotern beschützt werden. Um die PR der Firma und dessen Roboter ins positive zu wandeln, soll ein Cyborg her, eine Kombination aus Mensch und Maschine. Um dieses Vorzeigemodell zu entwickeln wird der eigentlich recht gutmütige Dr. Norton beauftragt. Nach einen Kandidaten für das Projekt muss auch nicht lange gesucht werden. Der unbestechliche Cop und Familienvater Alex Murphy wird Opfer einer Autobombe und liegt seither extrem schwer verletzt im Koma. Um sein Leben zu retten unterschreibt Murphys Frau eine Bewilligung für OCP, die diese ermächtigt aus Alex einen Cyborg zu machen. Als Alex dann in einem metallenen Körper aufwacht ist er erstmal gar nicht begeistert. Und der Chef von OCP, Raymond Sellers (Michael Keaton) ist ebenfalls noch nicht mit der Effizienz seines Robocops zufrieden. Also wird immer mehr an Murphys Bewusstsein und Programmierung geschraubt um ihn zum perfekten Verbrechensbekämpfer zu machen – doch dabei bleibt Zusehens seine Menschlichkeit auf der Spur.

Ich gebe es zu, als ich damals, vor Jahren das erste mal das Original von Robocop ansah dachte ich mir: “Hey, da könnte man ein tolles Remake davon machen.” Die Geschichte selbst ist klasse und immer noch aktuell. In unserem Digitalzeitalter vielleicht sogar noch aktueller als in den Achtzigern. Das Design von Robocop bräuchte ein update und Bam, hätte man ein cooles Remake. Doch wie so oft, sollte man vorsichtig mit dem sein was man sich wünscht. Als Remake muss man sich ja immer den Vergleich mit dem Original unterziehen – Die 2014er Version hakt zwar die Story nicht so Punkt für Punkt ab, wie das „Total Recall“-Remake seiner Zeit, aber im Grunde erzählt es die gleiche Geschichte. Nur dass es dem neuen Film einfach die Ecken und Kanten fehlt und er sich zieht wie Kaugummi. Das Roboremake lässt sich viel Zeit die Figur des Alex Murphy und dessen Familie zu etablieren. Danach lässt es sich noch mehr Zeit zu erzählen wie Robocops Bewusstsein programmiert, geändert und beeinflusst wird. Es vergeht so viel Zeit bis aus dem Menschen Murphy der Roboter wird, dass dann eigentlich kaum mehr Zeit ist um zu erzählen wie er seine Menschlichkeit wieder zurück erlangt – Mann muss ja im dritten Akt auch noch ein paar mittelmäßige Actionszenen zeigen. Die Brutalität des Originals diente eben zu mehr als nur die Blutlust der Zuschauer zu befriedigen. Als damals Alex Murphy auf die sadistischste Art und weiße von den Ganoven hingerichtet wurde, konnte man nicht anders als Mitleid mit dieser Figur zu haben, die man ja eigentlich erst kennen gelernt hat. Im Remake dauert es eine gefühlte Ewigkeit, bis die Autobombe mal hochgeht und Murphy zum 6. Millionen Dollar Man gemacht wird. Er war mir davor egal und danach auch. Nichts in dem Film hat mich wirklich gepackt. Das Remake kann mit ein paar netten Ideen aufwarten, wie der Dronenthematik, doch diese wird nur sehr grob angeschnitten und fällt doch zu schnell in Vergessenheit. Das neue Design ist auch Mist. Nur ganz kurz hat Robocop einen Körper, der dem des Originals ähnelt, doch dieser wird schnell durch einen „cooleren“ ersetzt. Danach sieht er aus als hätten KITT und Batman zusammen ein Baby. Und mit ähnlich belämmerten und nicht nachvollziehbaren Änderungen zum Original geht es weiter: Murphys Partner Lewis ist plötzlich keine Frau mehr, sondern ein Mann. Zuerst wird gezeigt, dass man Robocops Effizienz in einer digitalen Umgebung testen kann, danach werden aber trotzdem Tests gemacht, in denen Robocop mit scharfer Munition gegen Roboterdronen von Omnicorp kämpft. Was soll das für einen Zweck haben? Erstens schießt er den Rest des Film fast ausschließlich mit Stunmunition, zweitens werden hier wohl abermillionen von Dollar aus dem Fenster geworfen und drittens, hat der Kampf gegen eine Roboterarmee wohl kaum etwas mit dem Polizeidienst zu tun, den Robocop ja eigentlich verrichten soll. Sorry, aber die schiere Blödheit solcher Szenen regt mich einfach auf. Genau so wie Robocops Hand. Alles organische, was von Murphy übrig bleibt, sind sein immer noch perfektes Gesicht, sein Hirn, ein paar innere Organe – sichtbar ist allerdings nur die Lunge… und, ach ja, seine Hand, die wie durch ein Wunder auch nicht verbrannt ist und einfach am Ende seines Roboterarmes montiert ist. Welchen Sinn soll das haben? Wisst ihr, es gibt eine klasse Szene im Original. Man sieht aus der Egoperspektive von Robocop, wie an ihm rumgeschraubt wird. Einer der Ärzte verkündet dem OCP-Raffzähnen, dass sie es geschafft hätten einen Arm zu retten, worauf hin dieser sich darüber entrüstet. Dann heißt es:„Wir haben uns doch auf eine Ganzkörperprothese geeinigt.“, „Er hat das Formular unterzeichnet, sein Körper gehört uns“ und „Weg mit dem Arm“. Es ist eine kurze Szene, aber sie ist originell gefilmt, zeigt wie OCP drauf ist und bringt alles einfach gut inzeniert auf den Punkt. Und dies gilt eben für das komplette Original. Damit kann das Remake nicht mithalten. Um Längen nicht.

Mein Fazit: 3,5 von 10 „coolen“, taktischen, schwarzen Desgins

Trotz seiner Starbesetzung mit Größen wie Oldman, Keaton und Jackson, schafft es keine Figur wirklich im Gedächtnis zu bleiben. Vor allem Robocop selbst nicht. Das ewige Gelaber und die nicht enden wollenden müßigen Erklärungen führen ins nirgendwo. Das Remake von Robocop ist ein unnötig in die Länge gezogener Versuch aus Robocop eine familienfreundliche Marke mit Pseudotiefgang zu machen. Dabei wurden aber so oft dämliche Entscheidungen getroffen um die Marke zu modernisieren, dass man Robocop jeglichen Charme und Humor beraubte, ihm die Spannung, die Satire und die Action nahm und ihn zum Schluss in ein Batmankostüm mit einem Iphone vor der Fresse steckte.

1 Ping

  1. Lasst uns das Ghostbusters Reboot boykottieren! » Degl-Toons

    […] setzen, dass es Filme gibt, von denen sie die Finger lassen sollen! Wir haben ein Remake von Robocop zugelassen, wir haben Michael Bay die Transformers und die Turtles durchgehen lassen. Poltergeist, […]

Kommentare sind deaktiviert.