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Jan 31

“ROBOCOP 3″ Review

Wir haben über den ersten Robocop unterhalten, der ein oft übersehenes, kleines Meisterwerk ist. Wir sprachen über Robocop 2, der dem ersten zwar nicht das Wasser reichen kann, jedoch als kurzweiliger Actionknaller funktioniert. Wir hatten quasi unseren Spaß. Wird Zeit, dass wir uns mit dem enttäuschenden Ernst des Lebens befassen. Es wird Zeit für Robocop 3, einen Film, der so schlecht ankam, dass es 20 Jahre dauerte bis Hollywood die Reihe wieder aus ihrer Quarantäne holte. Klären wir erst einmal um was es in dem Film geht und danach wieso er so grottig ist.

Robocop 3Wie in den beiden vorherigen Filmen steht es auch hier wieder einmal schlecht um die Motorcity Detroit. Der Konzern OCP will immer noch alt-Detroit platt machen um ihre “Delta City” aufzubauen. Doch die vielen Verzögerungen in diesem Projekt haben ihre Konsequenzen. Ein japanischer Konzern hat inzwischen OCP aufgekauft und mischt nun auch mit. Es werden härtere Saiten aufgezogen um das Delta City Projekt abzuschließen. Die grau uniformierte Privatarmee von OCP, die Rehabs, sollen Detroits Bewohner mit Gewalt vertreiben. Da diese sich das jedoch nicht gefallen lassen wollen bilden sie eine Widerstandsbewegung. Robocop aka Murphy sieht sich zu erst zwischen den Fronten. Der Widerstand verstößt schließlich gegen das Gesetz, doch die Gewalt und Ungerechtigkeit, die OCP auf die Bevölkerung ausübt lässt Robocop dann doch den Rebellen beitreten. Aber die Japaner haben auch noch einen Trumpf in der Tasche: Nämlich Roboterninjas!

Mit dem dritten Teil der Reihe von 1993 gab es einige Änderungen. Das offensichtlichste ist, das Robocopdarsteller Peter Weller durch den No-Name-Schauspieler Robert John Burke ersetzt wurde. Als nächstes fällt schwer auf, dass die Gewalt sowie die Gesellschaftssatire ordentlich herunter geschraubt wurden. Robocop 3 sollte wohl „familienfreundlicher“ werden. Und das ging wohl ordentlich in die Hose. Es ist einer dieser Fälle, bei denen die Filmstudios versuchen eine breitere Masse ansprechen wollen, dadurch aber soviel von dem ursprünglichen Reiz verloren geht, dass den Film einfach niemand mehr ansehen will. Eine, in diesem Film neu eingeführte Hauptfigur ist zum Beispiel ein etwa 10 Jahre altes Mädchen, dass ein Computergenie ist und ansonsten gerne mit ihrer Robocop-Actionfigur spielt. Ich habe bei dem Film an sich das Gefühl bekommen, dass sie nicht nur jüngere Zuschauer ansprechen wollten, sondern ihnen im gleichen Zug noch Actionfiguren verkaufen wollten. Die Accessoires, die Robocop in dem Streifen bekommt sehen verdammt nach den typischen Erweiterung für Actionfiguren aus den 80s und 90s aus. Da Robocop mit einem PG-13 Rating nicht mehr die bösen Buben zu blutigen, schweizer Käse verarbeiten darf, kommt er meist ziemlich nutzlos daher. Die Auseinandersetzungen mit den Roboterninjas verbringt er hauptsächlich damit am Boden rumzuliegen. Es ist traurig mit anzusehen, was aus der Reihe mit diesem Teil wurde. Wie bei Robocop 2 ist Frank Miller wieder beim Schreiben des Drehbuches involviert gewesen. Regie übernahm dieses Mal Fred Dekker. Was mir Leid tut, Dekker hat mit „Monster Squad“ und „Die Nacht der Creeps“ zwei wirklich fantastische Genrefilme geschaffen. Die kitschige Bruchlandung, die sich Robocop 3 nannte beendete jedoch vorzeitig seine Karriere. Wenn ihr euch bei den Robocopfilmen gedacht habt, dass sie nur billiger, kitschiger Trash sind, bei Robocop 3 stimmt dies. Doch obwohl ich ihn in vielen Punkten von den Film enttäuscht bin, muss ich zugeben dass die Grundidee über diesen kleinen Bürgerkrieg in Detroit nicht schlecht ist. Und auch einige Szenen mit dem guten Blecheimer sind auch recht lustig geraten. Es kann den Film nicht völlig retten, aber stellenweise macht Robocop 3 Spaß – die meiste Zeit ist man jedoch gelangweilt oder fragt sich wieso man nicht lieber Robocop 1 oder 2 ansieht.

 

Mein Fazit: 4 von 10 Robocop-Jetpacks

Es ist eine Schande, dass sowohl die Laufbahn von Fred Dekker, als auch die des stählernen Gesetzeshüters Robocop so enttäuschend enden muss. Der Film hat seine Lichtblicke, doch diese sind zu selten als das sie etwas ausrichten könnten. Wer die anderen Filme gut fand, kann hier noch etwas Nostalgie tanken, sich jedoch nicht befriedigt fühlen. Es fehlt dem Film einfach an Biss – er ist nur noch seichte Unterhaltung.