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Jan 06

Romanverfilmungen Pt.4 “Der weiße Hai”

Der weiße Hai1916 trieb sich im Meer vor New Jersey ein Monsterhai herum, dem 5 Menschen zum Opfer vielen! So meinte man es zumindest damals – später wurde klar, dass die Angriffe von verschiedenen Haien, sogar von verschiedenen Haiarten ausgeübt wurden, trotzdem ließ sich Peter Benchley dazu inspirieren eine Geschichte über einen Hai zu schreiben, der sich vor einem wohl besuchten Badestrand ansiedelt und sich auf die Beute „Mensch“ spezialisiert hat. Einen großen Hai. Einen großen, weißen Hai! Benchley interessierte sich viel für Haie und wusste, dass ein „großer Weißer“ zwar eine perfekte Killermaschine ist, aber eben nur ein Tier – kein Monster. Da sich jedoch Bücher über ganz „normale“ Sachen bei weitem nicht so spannend sind mixte er wissenschaftliche Fakten und Fantasie zu einem Cocktail, der zum Bestseller avancierte!
Der damals noch blutjunge Steven Spielberg sicherte sich die Rechte für das Buch und verwurstete den Stoff zu einem Film, der damals die Blockbusterära einläutete! Das war die Geburt von „Jaws“, oder „der weiße Hai“
Aber zu erst mal zur Story des Romans:
Die Kleinstadt Amity ist vom Tourismus abhängig – jeden Sommer (besonders am Indipendence Day) verdreifacht sich die Einwohnerzahl. Die nicht allzu betuchten Eingeborenen sind auf die Sommergäste, die zumeist aus eher wohlhabenden Familien stammen angewiesen. Eine schlechte Saison kann für die Ferienstadt, die sich ständig gerade so (finanziell) über Wasser halten kann das Aus bedeuten. Das was gerade noch fehlte ist dieser verfluchte Hai, der jetzt meint, dass reiche Urlauber fressen ein voll gutti Idee ist! Polizeichef Martin Brody (im Roman ein in Amity-“Eingeborener“, im Film ein erst vor kurzen hergezogener) fühlt sich mehr als verantwortlich! Brody versucht die Lage zu retten – er will den Strand sperren und so gut es geht die Bewohner und die Urlauber von der Bestie zu beschützen, allerdings würde eine solche Aktion natürlich die zahlenden Anreisenden vergraulen! Brody wird vom Stadtrat und vor allem vom Bürgermeister unter Druck gesetzt das Haithema so gut wie möglich zu vertuschen! Alles nach dem Motto: „Wenn Sie nicht nach unserer Pfeife tanzen, feuern wir Sie und suchen jemanden, der es tut!“ Der Indipendence Day und damit die wohl unvermeidliche Katastrophe rückt immer näher! Der große Weiße bleibt in der Zwischenzeit nicht untüchtig und schlägt sich hier und da den Bauch voll – unter anderen auch mit einem 6-jährigen Kind. Dies versetzt auch langsam den Bürgermeister in

Zugzwang. Brody schnappt sich einen Haiexperten und einen griesgrämigen Hochseefischer um den übergroßen Knorpelfisch habhaft zu werden. Die nervenaufreibende Jagd beginnt. Während im Roman auch viel auf Brodys langsam scheiternde Ehe eingegangen wird ignoriert Spielberg diese Fassette. Auch andere Details und Hintergründe über die Charaktere fehlen im Blockbuster leider. Das der korrupte Bürgermeister eigentlich mit Brody zusammenarbeiten würde, wenn nicht er und seine Familie von der Mafia bedroht werden würde wird nur im Buch erzählt – dadurch wirkt er leider im Film mehr wie ein blankes Arschloch, als ein Arschloch, dass selbst auch ein Opfer ist. Die Stimmung der drei Haijäger auf dem Fischkutter kommt in Benchleys Roman um einiges angespannter rüber – also wirklich angespannt – während der Kinoklassiker eher einer Campathmosphäre versprüht: Was sich anfangs noch neckt entwickelt sich schon bald zu einem zusammenhaltenden Dreiergespann.

Die Frage was von beiden besser ist, kann ich nicht einfach so beantworten – zumindest nicht ohne hier eine kleine kleine Vergleichsliste aufzuführen:
Pro Buch:
Auf jeden Fall hat das Buch bessere Hintergründe – die Charaktäre haben mehr Tiefe und sind dreidimensionaler (gibts das Wort? Ich mein entweder ist was dreidimensional oder nicht, oder? Ach, Kackegal!).
Contra Buch:
Ich muss ehrlich sagen, dass sich der Schinken in der Mitte etwas zieht…
Pro Film:
Das Ende – das ist um einiges spektakulärer! Zudem noch der geniale Score von John Williams (Badam Badam Badamm)
Contra Film:
Die erste Hälfte ist etwas lahm, der Film braucht etwas um an Fahrt zu gewinnen.

Ich entscheide mich für das Buch – die Details machten im ganzen mehr Spaß und konnten über das Ende das ich etwas (etwas!) enttäuschend fand hinwegtrösten! Vielleicht liegt das auch daran, dass ich mir den Roman vor den Film reingezogen habe. Benchley hat aber unabhängig von meiner Entscheidung gewonnen, denn er hat auch für Spielbergs Streifen das Drehbuch geschrieben. Allerdings war der Haifan nicht davon begeistert, dass sein Werk (egal ob Buch oder Film) eher eine Welle aus Hass auf die Fische ausgelöst hat. Obwohl Benchley seine Faszination nur teilen wollte hat er das Gegenteil erreicht – er hatte zwar wahnsinnigen Erfolg aber dies zum Leidwesen der Haie… seltsam, dass nach Jurassic Park niemand anfing Dinosaurier zu hassen. (hey, dass war eine kleine Anspielung, welche Romanverfilmung als nächstes von mir reviewt wird)
Hier ist der Trailer zum Streifen.

Falls ihr euch den Film kaufen wollt achtet darauf dass ihr diese Version erwischt. Die “30th Anniversary Edition” hat zwar eine Bonusdisc, aber dafür auch eine neue Synchronisation. Roy Schneider hat die deutsche Stimme von Eddie Murphy, was … naja, was irgendwie falsch ist. Und das hier ist der Link zum Buch.