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Apr 27

„SINISTER“ Review

Ich hab mir mal wieder einen neuen Horrorfilm gekauft. Was soll ich tun? Ich komme halt nicht aus meiner Haut raus. Diesmal fiel meine Wahl auf den Film „Sinister“ aus dem Jahre 2012. Ich hatte keine Ahnung worum es in dem Film geht, aber er war günstig und ich habe aus ein-zwei Mündern gehört, dass er nicht übel sein soll. Also rein in den DVD-Player und ab mit der Review!

Sinister ReviewIn „Sinister“ spielt Ethan Hawke den Autor Ellison Oswalt, dessen Bücher sich mit wahren Verbrechen befassen. Vor einigen Jahren hatte er seinen großen Wurf geschrieben, doch seine letzten Werke waren eher mittelprächtig. Doch nun soll alles anders werden. Mit seiner Frau und seinen beiden Kindern zieht er in eine Stadt, in der vor Jahren eine Familie grausam ums Leben kam. Ellison möchte den bis heute ungeklärten Fall lösen und darüber einen neuen Kassenschlager schreiben. Dass das neue Heim seiner Familie, das Haus ist in dem damals das Unglück geschah verschweigt er jedoch seiner Angetrauten. Unter dem Druck, zu seinem verblichenen Ruhm zurück zu gelangen stürzt er sich in seine Recherchearbeiten. Was ihm da zugute kommt ist eine Kiste voller Super 8 Filme, die er auf dem Speicher findet. Auf den Filmen ist nicht nur der Tod der vorherigen Hausbesitzer zu sehen, sondern auch weitere, ähnliche Todesfälle. Ellison Oswalt ist sowohl entsetzt als auch fasziniert von den Filmchen. Er wittert den ganz großen Clou, allerdings treten auch immer mehr mysteriöse Begebenheiten im neuen Haus der Oswalts auf.

Sinister ist ein Produkt der Blumhouse Productions. Das heißt, der Film kommt aus dem gleichen Hause wie Paranormal Activity, The Purge und Insidious. Was man den Film in seinen positiven und negativen Aspekten anmerkt. Es handelt sich um einen günstig produzierten Film, der fast ausschließlich in einer Location spielt. Man merkt, dass der Film wenig neu erfindet und mit einigen Klischees zu kämpfen hat, dazu jedoch später mehr. Zuerst will ich ein paar positive Sachen loswerden. Hawke trägt den Film toll. Seine Figur hat ein paar unsympatische und egoistische Züge, doch zu meist bleibt Ellison Oswalt ein interessanter und nachvollziebarer Charakter, was in Horrorfilmen keine Selbstverständlichkeit ist. Ich fand die makaberen Super 8 Filme toll. Es gibt so viele „Foundfootage“-Filme, da ist es mal erfrischend einen Film zu sehen, der behandelt wie jemand so ein “Footage” findet. Auf die Weise wird in Sinister der realistisch wirkende Effekt, der mit Streifen wie Paranormal Activity erzeugt werden soll, in kleinen Dosen injiziert, ohne dass ich mir einen ganzen Film mit verwackelter Kameraführung ansehen muss. Der Film startet zwar etwas langsam, trotz dessen fand ich die erste Hälfte am besten. Sinister offenbart nämlich viel zu früh seine übernatürliche Seite. Es wird dem Zuschauer eigentlich keine Gelgenheit gegeben zu rätseln, ob man es mit einem verrückten Serienmörder ala Jigsaw zu tun hat. Es wird eigentlich früh klar, dass es wie so oft ein Geist/Dämon/etc ist, der für alles Verantwortlich ist. Ich empfand das als vertane Chance, denn hier beginnen dann die Probleme des Films. Das Auftreten der bösen paranormalen Präsenz dieses Films wirkt wie ein unnötiges Klischee. Damit meine ich nicht die Existenz des Dämons per se, sondern das körperliche Auftreten von ihm. Der Buguuhl genannte, böse Geist, der aussieht als hätte sich der Gitarrist von Slipknot auf das Set verirrt, ist allein dazu da um ein paar dämliche Jump-Scares abzuliefern und dem Film ein Maskottchen zu verpassen, dass man in den Fortsetzungen wieder auspacken kann. Es gibt ein paar wirklich gruselige Szenen in „Sinister“, doch im Laufe des Films kommen auch immer mehr eher lächerlich wirkende Geistermomente vor. Bleich geschminkte Kindergeister oder das auftreten von Buguuhl fand ich eher kontraproduktiv für die dichte Atmosphäre, die eigentlich sehr intensiv aufgebaut wurde. Wie ihr merkt, schaffte es „Sinister“ nicht mich vollkommen zu überzeugen. Im Grunde hat der Film ein solides Fundament, dass ein paar Elemente aus „The Shining“ und „The Ring“ kombiniert, doch dann kommt einfach der typische Blumhouse Productions-Touch dazu, der den Film in ein Korsett aus modernen Horrorklischees zwängt. Ein bisschen mehr Thriller- und Dramaelemente dazu und dafür diese lästigen Jumpscares und der dämliche Maskenfutzi weg, dann wäre Sinister um einiges besser gewesen!

 

Mein Fazit: 5 von 10 Videochats mit Vincent D’Onofrio

Ich fand den Film okay. Nicht schlecht, aber auch nicht wirklich toll. Letzten Endes ist Sinister eher ein Tipp für alle Fans neuerer Horrorfilme, zu denen ich mich eben nicht wirklich zählen kann. Er bietet bekannte Kost, gewürzt mit ein paar innovativen Ideen, doch der Geschmack wird von diesem neuen Gewürz getrübt, dass zur Zeit jeder über sein Essen streut. Ich habe meinen Teller ganz aufgegessen und er hat mich satt gemacht, aber ich werde keinen Nachschlag ordern.

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  1. „DOCTOR STRANGE“ Review » Degl-Toons

    […] wird und versucht ein großes Unheil abzuwenden. Dabei macht der Regisseur Scott Derrickson (Sinister) ein paar kleine Fehler. Erstens finde ich, dass Stranges Romanze so kurz kommt, dass man sie sich […]

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