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Feb 22

“SNOWPIERCER” Review

Ich hätte 2014 vielleicht öfter ins Kino gehen sollen. Anscheinend hab ich ja einiges verpasst, so wie „Snowpiercer“, eine Verfilmung eines französischen Comics vom südkoreanischen Regisseur Bong Joon-ho mit Chris Evans (Captain America) in der Hauptrolle. Ein kleines, feines, dystopisches Science-Fiction-Filmchen, dass leider unter dem Radar der meisten flog.

Snowpiercer TitleIn Snowpiercer erleben wir eine komplett vereiste Welt, die völlig lebensfeindlich erscheint. Das einzige was sich unermüdlich durch die Schneewüste kämpft ist ein riesiger High-Tech-Zug, in dem die letzten überlebenden Menschen ihr Dasein fristen. Und wie es sich für so eine postapokalyptische Geschichte gehört, haben wir eine schön gespaltene Gesellschaft mit einer dekadenten Oberschicht am Kopf des Zuges und den armen Schluckern am Ende. Einer dieser bemitleidenswerten Bewohner des innerzügischen Ghettos ist Curtis (Chris Evans) der gleich nach dem einbeinigen, einarmigen Ältersten Gillian (John Hurt) das sagen in den hintersten Wagons hat. Curtis und seine Leute wollen eine Rebellion anzetteln und planen fleißig die Soldaten der Oberschicht zu überwältigen um nach vorne zu stürmen. Der Anführer der Wohlhabenden und Erbauer des Zuges soll sterben um für gerechte Verhältnisse im Snowpiercer-Zug zu sorgen. Allerdings bietet der Kampf durch den Zug einige Überraschungen für Curtis und seine Anhänger.

Anders als der eine oder andere Sience-Fiction-Film der letzten Jahre hebt sich Snwopiercer schön vom Einheitsbrei ab. Grund dafür ist erstmal das ungewöhnliche Setting im Zukunftszug, dessen Sets auf beweglichen Bühnen gebaut wurden um das Klickerdieklack und Geschauckel einer Zugfahrt schön darzustellen. Der zweite große Pluspunkt ist die sehr asiatische Inszinierung, die durch Bong Joon-ho’s Regie entsteht. Die Gefechte im Zug sind ultastylisch, einige Figuren und Szenen sind arg skurril und etwas überzeichnet (Tilda Swinton’s Rolle) und die Wendungen sind überraschend und dramatisch – Teilweise kommt man sich vor wie in einem Anime. Den Stil mag man oder man kommt nicht damit zurecht, weil es einem dann doch zu bizarr ist. Mir hat der Klassenkampf im Microkosmos Zug gefallen. Angeblich wollte Harvey Weinstein, der US-Filmrechteinhaber den Streifen um gute 20 Minuten kürzen, damit er nicht „zu intelligent“ für das Kinopublikum wird. Gottseidank wurden wir von diesem herben Eingriff in diesen besonderen Film verschont, ansonsten wäre wohl wieder der oben erwähnte Einheitsbrei dabei herausgekommen.


Mein Fazit: 7,5 von 10 Eiszeiten

Snowpiercer ist ein verdammt cooler Film, von dem man sich aber im klaren sein sollte, dass er eine sehr asiatische Erzählform hat, die einigen vielleicht zu fremdartig oder bizarr ist. Definitiv aber einer der besten Filme von 2014, da er intelligent, optisch Schick und sehr spannend ist.

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  1. Wer könnte die Avengers-Schauspieler ersetzen? » Degl-Toons

    […] entwickelt. Sowohl in seiner Praderolle als Captain America, sowie in Filmen wie Snowpiercer und Scott Pilgrim macht der Kerl eine gute Figur und schafft es äußerst sympatisch und charmant […]

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