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Apr 18

“SPIDER-MAN”-TRILOGIE Review

Gerade ist der neue Spider-Man Film im Kino gestartet – nein, ich habe ihn noch nicht gesehen! Aber trotzdem könnten wir doch mal über den Wandkrabbler Peter Parker, meinen Lieblingssuperhelden reden, oder besser gesagt über die Filmtrilogie von Sam Raimi, die von 2002 bis 2007 für volle Kinosäle und eine menge Gesprächsstoff sorgte – vor allem Teil 3, aber dazu später. Schnallt euch an, denn es gibt nun im Express verfahren drei Reviews in einem Artikel!

 

„SPIDER-MAN“ (2002)
Wie Sam Raimi, der Trash-Mastermind hinter Tanz der Teufel 1 & 2, sowie Armee der Finsternis auf den Regiestuhl für eine der ambitioniertesten Filmadaptionen kam ist mir Rätsel, aber es hat ordentlich hingehauen. Die allseits bekannte Story vom Streber Peter Parker, der von einer radioaktiven (bzw. genetisch manipulierten) Spinne gebissen wird und darauf hin Superkräfte entwickelt, hat Raimi in seinen gewohnt witzigen und sehr comichaften Bilder eingefangen und durchaus cool rüber gebracht. Die Verwandlung in den Helden findet relativ früh im Film statt und gibt einen viel Zeit mit Spidey wie er gewöhnliche Verbrecher bekämpft, sich aber auch mit Liebeskummer herumquält bis es dann Norman Osborn alias Green Goblin auftaucht und sich mit Spider-Man das eine oder andere Schramützel liefert. Spider-Man 1 sehe ich immer mit sehr gemischten Gefühlen, weil er einerseits extrem unterhaltsam ist und eine der bis dato besten Comicverfilmungen, andererseits muss ich auch immer viele Abstriche machen. Die fangen schon allein beim Kostüm des Grünen Kobolds an, das aussieht wie eine billige Power Ranger Actionfigur und Willem Dafoes Gesicht komplett verdeckt, obwohl dieser genau die richtige Fresse für den psychopatischen Kobolt hat, hinzu kommt noch Kirsten Dunst als MJ Watson, die im Film nichts weiter als eine nervige Damsel in Distress ist und kaum etwas mit dem starken weiblichen Charakter der Comic-MJ zu tun hat (dies ändert sich auch in der gesamten Trilogie nicht). Auch die bereits erwähnte Sam Raimi-Comedy im Film ist nicht immer hilfreich, manchmal wirkt es eben dann doch etwas zu überspitzt. Die Computereffekte muss ich auch noch etwas bemängeln, die mir persönlich einfach noch nicht gut genug waren – da hätte man vielleicht trotzdem das eine oder andere mal öfters Tobey Maguire an ein Drahtseil hängen sollen, anstatt dies den Bits und Bytes zu überlassen. Unterm Strich ist Spider-Man 1 grundsolide, aber bei weitem nicht perfekt.
Mein Fazit: 6 von 10 Kobolden


„SPIDER-MAN 2“ (2004)
Ähnlich wie im Vorgänger verwandelt sich eine Mentorfigur von Peter Parker durch einen Laborunfall zu einen Wahnsinnigen – diesmal handelt es sich um den Atomphysiker Otto Octavius, der fortan mit vier Roboterarmen und dem zwanghaften Wunsch sein gescheitertes Fusionsexperiment im größeren Maßstab durchzuführen „gesegnet“ ist. An sich wirkt der Film erwachsener als der erste Teil, obwohl der Mittelteil, in dem Peter Parker sowohl seine Angebetete Mary Jane, sowie seine Spinnenkräfte verliert schon arg schmalzig ist, doch dies macht eben auch Charme der Trilogie aus und die Beziehung zwischen Peter, MJ und Harry Osborn bilden nun mal die Rahmenhandlung aller drei Filme. Die Action und die Effekte sind auch deutlich besser wie im Erstling, ich erwähne nur die Klopperei nach Ocks Banküberfall. Doc Ock ist an sich auch grandioser Bösewicht in dem Streifen und dass obwohl er kaum etwas von der Persönlichkeit seiner Comicvorlage hat. Spider-Man 2 ist auf jeden Fall die Sternstunde der Trilogie, trotz etwas übertriebenen Kitsch.
Mein Fazit: 7 von 10 Oktopussen


„SPIDER-MAN 3“ (2007)
So much Nope! Diesen Streifen ist ein Paradebeispiel dafür wie man ein erfolgreiches Filmfranchise an die Wand fährt. Ich weiß garnicht wo ich anfangen soll, da so hier so viel schief gelaufen ist. Fangen wir doch mal mit den Bösewichten an: Zuerst wäre da Harry Osborn, der auf Rache für seinen getöteten Vater, dem Green Goblin aus ist und so den alten Kram seinen Paps herauskramt um auf Spinnenjagd zu gehen. Das hat sich zwar schon im zweiten Teil angebahnt und ist konsequent, aber die Ausführung war mehr als schlampig. Harry Osborns Version des Goblins sah bei weitem nicht wie so extravagant wie die seines Vaters in Spider-Man 1, doch der Bikermaske- und Fliegerbrillenlook dem man James Franko verpasst hat war erschreckend langweilig und farblos. Sein Gedächtnisverlust nach dem ersten Fight mit Spidey war dagegen sowas von Soap-Opera-kitschig, dass man ihm im Laufe des Films am liebsten vergessen würde. Nächster Fiesling ist dann „Sandman“, der plötzlich zum Mörder von Onkel Ben gemacht wurde und dass obwohl man doch den kompletten Tathergang in Spider-Man 1 mit einem völlig anderen Mörder gesehen hat. Aber natürlich ist Sandman eine tragische Figur, die nur aus versehen den guten Ben erschossen hat und an sich auch nur zum Kriminellen weil er die medizinische Versorgung seiner Tochter bezahlen muss – sehr schmalzig alles. Als letztes dann noch der Supergau, der sich Venom nennt. Man muss zu Raimis Verteidigung sagen, dass er den Aliensymbionten eigentlich nicht in seinen Filmen haben wollte, aber ihn auf drängen des Studios einbauen musste, doch was er da ablieferte war unter aller sau. Spargeltarzan Topher Grace, alias Eric Foreman aus der Sitcom „Die wilden 70er“ als Eddie Brock, der als Muskelpacket bekannt ist zu besetzen ist nicht nur abwegig, sonder schlichtweg lächerlich. Tut mir leid, denn ich mag den Schauspieler eigentlich, aber er kommt eben garnicht bedrohlich rüber. Venom hat in den Film in keinem Moment überzeugt und war einfach nur eine riesen Enttäuschung. Doch noch schlimmer ist das, was aus Peter Parker gemacht wurde! Ich meine, Tobey Maguire hat auch in den anderen beiden Filmen oft einen nervigen, weinerlichen Gesichtsausdruck und zog sehr schräge Grimassen, aber die fremdschäm-emo-tanz-Szenen schlagen dem Fass den Boden aus. Spider-Man 3 macht micht als Film- und Comicfan schon fast agressiv. Ein Film, den ich nur besitze, weil es günstiger war die Trilogiebox zu kaufen als sich Teil 1 und 2 seperat zu holen.
Mein Fazit: 3,5 von 10 schwarzen Schlickmonstern


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  1. Spider-Man kommt nach Hause! » Degl-Toons

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