«

»

Dez 18

“STAR WARS: DIE LETZTEN JEDI” Review

Disney ist zurück mit einem neuen Star Wars Film, und meine Güte, was kann man sich eigentlich noch im Kino ansehen, ohne der Maus sein hart verdientes Geld in den Rachen zu werfen? Gerade ist Episode VIII der Star Wars Reihe ins Kino gekommen, doch bereits in einem halben Jahr wird bereits der nächste Star Wars-Spinoff-Film laufen und ist kein Ende in Sicht. Die Übersättigung habe ich schon dieses Jahr gespürt. Denn anders als bei den ersten Trailerschnippseln zu „Das Erwachen der Macht“, ließ mich die Marketingmaschine zu „Die letzten Jedi“ überraschend kalt. Ich sah mir den ersten richtigen Trailer ein, zwei mal an, aber geriet nicht in die eigentlich erwartete Aufregung. Ich freute mich zwar auf eine Fortsetzung der Saga, mit Mark Hamill als Luke und dem letzten Auftritt der leider verstorbenen Carrie Fisher, aber der Hype-Train blieb im Bahnhof. Haben wir ihn bereits jetzt passiert? Den Punkt an dem Star Wars seine Magie verliert? An dem ein neuer Teil der Sage nichts besonderes mehr ist, da bereits jetzt offiziell bestätigt ist, dass Disney nach Episode 9 an einer Fortsetzungstrilogie arbeitet und zudem jährlich noch ein Spin-Off-Film erscheint? Aber ich weiche vom Thema ab. Da ist mein Blick wohl zu sehr auf die Zukunft gerichtet, den Horizont. Und ich bin mit meinen Gedanken nicht bei dem was mich umgibt. Reden wir also über „Die letzten Jedi“. Ich weiß, alle versuchen EXTREM vorsichtig damit zu sein nichts über den Film zu verraten, aber etwas Kontext ist für eine Review wichtig, darum hier ein paar Storyversatzstücke aus den Anfangsminuten, die euch euer Filmerlebnis nicht kaputtmachen werden:

kylo-renDie tapferen Kämpfer des Widerstandes, geführt von General Leia Organa, befinden sich auf der Flucht. Die mächtige Erste Ordnung greift unter Leitung von Sith-Lehrling Kylo Ren und General Hux, mit ihren gigantischen Schlachtschiffen den Stützpunkt der Rebellen an und diese sind zur Evakuierung gezwungen. Nun befindet sich die komplette Widerstandsbewegung in einer kleinen Flotte aus Raumschiffen mit begrenzten Treibstoff in einer andauernden Verfolgungsjagd mit dem riesigen Schiffen der ersten Ordnung. Das heißblütige Fliegerass Poe Dameron ist verzweifelt darüber nichts konkretes unternehmen zu können, aber der übergelaufene Sturmtruppler Finn und seine neue Bekanntschaft, die Mechanikerin Rose haben eine Idee wie sie die Sternenzerstörer vielleicht abhängen können und brechen zu einer Mission auf. Unterdessen befindet sich Rey auf den Planeten Ahch-to, wo sie den im Exil lebenden Luke Skywalker aufsucht. Rey hofft, dass Luke sie in den Wegen der Macht ausbilden kann und den Widerstand im Kampf gegen die Erste Ordnung unterstützt, aber der einstige Held der Rebellion hatte seine Gründe unterzutauchen.

Star Wars ist ein Thema, bei denen viele, mich eingeschlossen, eine sehr passionierte Meinung haben. Und die Meinungen zu diesem Film gehen anscheinend sehr weit auseinander. Für die einen ist Rian Johnson, der im Alleingang Drehbuch und Regie für den achten Teil der Saga übernahm, ein Genie, dass den besten Star Wars Film seit „Das Imperium schlägt zurück“ erschaffen hat. Andere sind weitaus weniger mit dem Streifen zufrieden und sehen ihn so schlimm, wenn nicht sogar noch schlimmer als die Prequel-Trilogie. Und ich kann euch sagen, was hier diesen tiefen Keil in die Fangemeinde treibt: Der Film ist nämlich beides – Richtig gut und richtig mies. Dies schwankt teilweise von Szene zu Szene, manchmal aber auch von Dialogzeile zu Dialogzeile. Das beste am Film ist zweifelsohne Adam Driver als Kylo Ren aka Ben Solo, dessen Werdegang, seine Verbindung zu Daisy Ridleys Figur Rey und dem Obersten Führer Snoke. Auch richtig stark ist die eben erwähnte Rey und Mark Hamill als Luke Skywalker hat auch mal wieder ordentlich was zu tun. Hier liegen die meisten Stärken des Streifens, denn Rian Johnson traut sich sehr viel. Er spielt mit dem Mythos der Macht, führt neue und unerwartete Dinge ein und schafft es die Charakterentwicklung von Rey und Kylo äußerst Spannend und unvorhersehbar zu gestalten. Die Geschichte dieser Figuren ist das Herz des Films und liefert bombastische Szenen ab – nicht nur visuell, sondern auch emotional. Die komplette Geschichte mit den flüchtenden Rebellen, pardon, dem flüchtenden Widerstand ist da weniger überzeugend. Wie diese, sehr zähe, Verfolgungsjagd funktioniert finde ich schon stark unglaubwürdig und die angesprochene „Mission“ von Finn und Rose verwandelt sich in nonsense ohne große Auswirkungen. Vieles was sich um die Widerstandscharaktere wie Poe und Finn abspielt, stinkt nach Filler. Sprich, man hatte die Figuren und musste ihnen irgendetwas zu tun geben, auch wenn es jeglicher Logik oder dem gesunden Menschenverstand trotzt. Was den Film auch belastet ist die Masse an oft unpassenden Gags. Bereits „Das Erwachen der Macht“ hatte sehr viel Humor, aber in „Die letzten Jedi“ wird dies noch um einiges überboten. Was zur Folge hat, dass man einige Figuren nicht mehr ernst nehmen kann oder dass die Stimmung einer eigentlich dramatischen Szene zerstört wird, weil man zum Ende immer noch einen kleinen Witz einbauen musste. „Die letzten Jedi“ ist der mit 2,5 Stunden der bis dato längste Star Wars Film. Und das frustriert mich zusätzlich, da wie gesagt vieles des Gezeigten entweder unpassende Gags oder Nebenhandlungen ohne Relevanz zur eigentlichen Hauptstory des Films sind, während an anderen Stellen deutlich mehr Zeit zur Klärung von Hintergrundinformationen benötigt worden wäre.Davon abgesehen bietet die Episode VIII der Star Wars Reihe natürlich ein berauschendes Spektakel. Die Actionszenen sind, besonders wenn mal das eine oder andere Lichtschwert zum Einsatz kommt, phänomenal. Die Schlachtszenen lassen einen ebenfalls staunen, auch wenn diese nicht mit dem Finale von “Rogue One” mithalten können. Optisch wird hier eine Menge geboten. Das Team um Rian Johnson zaubert atemberaubende Szenen auf die Leinwand, ob Setdesign, Kostüme, Kameraarbeit oder Special Effects – “The Last Jedi” beweist, dass Star Wars in diesen Angelegenheiten immernoch den Goldstandard abliefert!

Mein Fazit: 5,5 von 10 gegrillten Porgs

„Die letzten Jedi“ ist ein wunderschöner Film. Rian Johnson hat ein gutes Auge für beeindruckende Bilder und den Mut etwas neues auszuprobieren. Davor ziehe ich meinen Hut und applaudiere. Viele dieser überraschenden Wendungen die er eingebaut hat fand ich sogar sehr cool. Allerdings leidet der Film an so ziemlich allen was nicht unmittelbar mit Luke, Rey und Kylo Ren zu tun hat. Mit dem übertriebenen Humor werde ich mich auch nicht mehr anfreunden können. Ich bin hin und her gerissen und weiß auch nicht, ob ich diesen Streifen, wenn ich ihn vielleicht irgendwann ein zweites oder drittes mal ansehe, mehr oder weniger mag. Zurzeit heben sich die guten und schlechten Aspekte des Films gegenseitig auf und das Ergebnis ist allerhöchstens mittelmäßig. Eine Wertung, die ich bei einem Star Wars Film nur sehr ungern abgebe. Es ist ein Film, den man selbst gesehen haben muss um sich eine eigene Meinung zu bilden und mitreden zu können. Episode VIII bietet viel Gesprächsmaterial und ich werde definitiv noch einmal einen Artikel ohne Rücksicht auf Spoiler schreiben um zu erklären was genau im Film klappt und was nicht.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Sie können diese HTML-Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>