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Aug 25

“STARSHIP TROOPERS” Review

Oft missverstanden und auf das simple Geballer reduziert. Es ist ein Film, der nicht jedem gefällt weil er auch nicht von jedem verstanden wird. Heute reden wir über den Streifen Starship Troopers aus dem Jahr 1997! Es ist ohne hin schwer hierzulande an den Film heran zu kommen, was es noch leichter macht ihn als reine, hirnlose Gewaltorgie abzustempeln. Meine DVD ist zum Beispiel die spanische Veröffentlichung, die aber sowohl die Originaltonspur, als auch die deutsche Synchronfassung enthält. Aber kommen wir zum Film selbst und um was es in ihm so geht. Danach gehe ich wie immer etwas ins Detail:

Starship Troopers TitleDie Menschheit sieht sich einen neuen Feind gegenüber. Riesige, außerirdische Insekten, umgangssprachlich „Bugs“ genannt haben einen interplanetarischen Krieg begonnen. Dadurch hat sich die Menschheit einer militärischen Weltregierung untergeordnet. Hauptfigur der Geschichte ist Johnny Rico, dessen Militärkarriere man verfolgt. Direkt nach der Schule tritt er der Mobilen Infantarie bei, seine Freundin Carmen hingegen wird Pilotin bei der Raumschiffflotte. Beide absolvieren ihre Grundausbildung, als die Bugs plötzlich einen verheerenden Angriff landeten. Der Krieg geht in die heiße Phase über und Rico, sowie Carmen müssen an die Front.

Eigentlich ist Starship Troopers ja eine Romanverfilmung, doch die Unterschiede zum adaptierten Material sind gravierend. Dafür gibt es allerdings eine gute Erklärung. Ursprünglich sollte Starship Troopers unter den Titel „Bughunt“ in die Kinos kommen. Die Handlung war zwar angelehnt an den Roman von Robert E. Heinlein, aber da man die Rechte für dieses Werk nicht bekam, musste sich „Bughunt“ von inhaltlich weit genug von „Starship Troopers“ unterscheiden um keine Klage der Rechteinhaber zu kassieren. Im letzten Moment sicherte sich das Filmstudio dann aber doch die Rechte, die Produktion war zu dem Zeitpunkt allerdings schon voll im Gange. Es wurden ein paar Elemente wieder in den Film eingearbeitet, aber Film und Buch sind zwei unterschiedliche paar Stiefel. Darum hätte ich auch kein Problem damit, wenn Hollywood ein Remake drehen würde, das näher an der Romanvorlage ist. Nichtsdestotrotz ist Starship Troopers ein sehenswerter Streifen und abgesehen davon, dass hier gegen monströse Insekten gekämpft wird, enthält er sehr viele konventionelle Kriegsfilmelemente. Reden wir zuerst über das offensichtliche, den Krieg und die Gewalt. Blutfontänen und Brutalität over the Top ist natürlich ein Markenzeichen von Regisseur Paul Verhoeven, der ebenfalls bei den Originalen von „Total Recall“ und „Robocop“ auf dem Regiestuhl saß. Der geborene Niederländer hat Spaß daran mit überzogener Gewalt oder auch nackter Haut für Furore zu sorgen. Mir als Fan von Horrorfilmen ist ein Eimer Kunstblut zu viel lieber als ein Eimer zu wenig, aber das sieht nicht jeder so. Die Kritiker des Films, sowie die Bundesprüfstelle sehen in dem Streifen Gewaltverherrlichung ohne tieferen Sinn. Doch da muss ich klar widersprechen und zum Kern meiner Review kommen: Starship Troopers hat wie Verhoevens Meisterwerk Robocop einen klaren satirischen Unterton. Die Saitire ist etwas subtiler und versteckter als beim Cyborggesetzeshüter, aber vielleicht gerade darum ein Stück interessanter. Um mal gleich die Bombe platzen zu lassen: Die Menschheit in dem Film wird von einer faschistoiden Militärregierung geleitet und alle finden das toll. Als Soldat bist du Held und nur wenn du gedient hast kannst du irgendetwas erreichen. Die Gesellschaft im Film ist von der Gewalt abgestumpft und ist gewillt für die Regierung in jeden Krieg zu marschieren. Verhoeven war, als er in die USA kam, geschockt von ihrer Heroisierung des Militärs und von den reißerischen und brutalen Fernsehprogrammen. Diese Eindrücke, gemischt mit den Erinnerungen aus seiner Kindheit im von Nazis besetzten Holland, bastelte Verhoeven in Starship Troopers zusammen. Es gibt bestimmt genug Leute, die den Streifen einfach nur als coolen, actionreichen Sci-Fi-Kriegsfilm feiern ohne ihn zu hinterfragen. Ich jedoch glaube, dass jeder Kriegsfilm politisch ist und Starship Troopers zeigt einem die Helden als Teil einer Gesellschaft, die eigentlich nicht wünschenswert ist. Verhoeven überlässt es aber dem Zuschauer dies selbst herauszufinden. Er sagte einmal, dass er in Starship Troopers die Gesellschaft als patriotisch, schön und stark darstellen wollte, sie sollte aber zu nichts anderem gut sein als Bugs zu töten. Das ist das coole an den Science-Fiction-Filmen von Veroeven: Oberflächlich sind es spaßige und spektakuläre Actionstreifen, doch dahinter versteckt sich oft ein intelligentes Saitirekonzept.

Mein Fazit: 7 von 10 telepathisch begabten Neil Patrick Harris

Starship Troopers wird niemanden wegen der schauspielerische Leistungen in Erinnerung bleiben. Die Action und die Effekte sehen jedoch immer noch klasse aus und werden jedem gefallen, der generell Filme mag, bei denen auf Monster geballert wird. Grundsolide Monsterjagd, wie man sie gerne sieht und für die man den Film auch immer wieder mal in den DVD-Player legt. Das was den Film jedoch ausmacht ist der Saitireanstrich von Paul Verhoeven. Etwas, das dieser Streifen den meisten ähnlichen Sci-Fi-Filmen und auch allen sinen Fortsetzungen voraus hat.