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Feb 17

“Stirb Langsam im Wandel der Zeit” oder “The Rise and Fall of Die Hard”

Vor kurzem hab ich ja meine recht harsche Kritik zum 5ten Stirb Langsam online gestellt. Ein paar stimmten mir zu, einige fanden “Stirb Langsam: Ein guter Tag zum Sterben” garnicht sooo schlecht. Darum hab ich mir gedacht ich schreibe hier mal über die ganze Filmreihe, deren Entstehung und meiner Meinung davon! Legt euch zurück und lest nun vom “Rise and Fall of Die Hard”

 

Am Anfang war ein Roman namens “Nothing Last Forever” von Roderick Thorp, der 1979 erschien. Der Schmöker war eine Fortsetzung zum Buch “The Detective”, der mit Frank Sinatra in der Hauptrolle verfilmt wurde. “Nothing Last Forever” hatte eine Menge Potential für einen Film, aber es dauerte 9 Jahre, bis wir die lose Adaption, die wir “Stirb Langsam” nennen zu sehen bekamen. In dieser Zeit wurde der Roman zuerst zu einer Fortsetzung des Arnie-Films “Phantom Komando” verarbeitet. Diese Produktion wurde aber eingestellt, weil Schwarzenegger seinen vertraglichen Verpflichtungen nachkam und “Conan der Zerstörer” drehen musste. Das Drehbuch war aber viel zu gut, um es einfach so in ekner Schublade versauern zu lassen. Es wurde also nochmal herrausgekramt und zu einem eigenständigen Film umgearbeitet. Nachdem man nun den Klassiker schon auf dem Papier hatte, brauchte man noch einen guten Hauptdarsteller! Bevor man allerdings an Bruce Willis dachte, wurde erstmal Richard Gere für den Part vorgesehen! Gottseidank entschied man sich dann doch für Bruce. Als Regisseur entschied man sich für John McTiernan, einem der besten Actionregisseuren dieser Zeit. Und Leute, glaubt mir, wenn ich euch sage, dass der Film nie und nimmer so gut und legendär geworden wäre, wenn es nicht der Kerl in die Hand genommen hätte. Er hat eine neue Art von Actionhelden erfunden, der anders als die Schwarzeneggers und Stallones, glaubhaft ist. John McClane war kein auf Steroide gesetzte Supersoldat, der unaufhaltsam dutzende von Gegnern im Alleingang wegballert ohne auch nur einen Kratzer abzubekommen. McClane war menschlich! Und darum fand man alles was er in dem Film tat um einiges beeindruckender als man es bei einem Rambo oder Terminator finden würde. Auch die Spannung steigt rapide, wenn man sich durch einen glaubhaften Helden besser in seine Lage versetzten kann. Stirb Langsam lebt von seinem erfahrenen Regiesseur umd seinem starken Drehbuch. Mein Fazit: 9,5 von 10 Sternchen – Stirb Langsam Faktor 100%

 

Im Jahr 1990 kam dann Stirb Langsam 2 in die Kinos. Wie der erste Film basiert der Zweite auch auf einem Buch. Aber nicht auf einer Fortsetzung von “Nothing Last Forever” sondern einem völlig anderem Buch! Der Flughafenthriller “58 Minutes” von Walter Wager kreiste auch schon eine Weile durch die Produktionsfirmen Hollywoods. Und da Stirb Langsam gut ankam und man gerne eine Fortsetzungen davon machen wollte, kam es den Produzenten recht, dass dieses gute Script gerade rumgeisterte. So wurde aus 58 Minutes Stirb Langsam 2. Obwohl das Feeling des Erstlings gut erhalten blieb, war der daraus resultierende Film bei weitem nicht so gut. Das lag erstens am Fehlen eines so charismatischen Bösewichts wie im Erstling, zweitens war die Story nicht ganz so dicht und drittens saß der recht unerfahrene Renny Harlin auf dem Regiestuhl. John McTiernan war zu der Zeit nämlich leider unpässlich, da er “Jagd auf roter Oktober” drehte. Stirb Langsam 2 machte vieles richtig, musste aber in verdammt große Erwartumgen erfüllen. Mein Fazit: 7,5 von 10 Sternchen – Stirb Langsam Faktor 80%

 

Es dauerte bis 1995 bis ein dritter Stirb Langsam erschien, und der war wieder kompromisslos gut! Es gibt sogar viele Leute, die “Stirb Langsam: Jetzt erst recht” besser als den ersten Film finden – Ich gehöre zwar nicht zu denen, aber ich verstehe warum sie das tun. Die erst Frage ist natürlich: Warum ist Teil drei wieder so ein guter Film geworden? Die Antwort ist ganz einfach! John McTiernan nahm das Ruder wieder in die Hand! Wie in den beiden vorherigen Filmen wurde wieder ein Drehbuch, dass eigentlich für etwas völlig anderes vorgesehen war zu einem “Stirb Langsam” umgearbeitet. Das Script hieß ursprünglich “Simon Says” und sollte für Leathal Weapon 4 benutzt werden. Jetzt wisst ihr auch, warum neben Bruce Willis Samuel L. Jackson in dem Film mitspielt, er ist der Ersatz für Danny Glover, den Partner von Mel Gibson in der Leathal Weapon-Serie! “Stirb Langsam: Jetzt erst recht” ist zwar objektiv gesehen ein bei weitem besserer Film als Stirb Langsam 2, aber ich finde, dass er bereits viel vom Feeling eingebüßte, dass vorallem im ersten Teil etabliert wurde, denn wenn man ihn mit seinen Vorgängern und mit der Leathal Weapon-Reihe vergleicht, ist er fast mehr ein Leathal Weapon als ein Stirb Langsam. Diese “Hochzeit” der beiden Filmreihen spürte man in allen darauf folgenden Filmen der Reihe. Stirb Langsam 3 wurde zum “Buddy Movie” – einen verdammt geilen Buddy Movie! Was auch noch an Teil 3 der Reihe interessant ist, ist das ursprüngliche Ende des Films! Jeder, der den Film gesehen hat, wird merken, dass kurz vorm Finale irgendwie ein kleiner geschichtlicher Sprung gemacht wird. Dieser kleiner Holpperer in der Erzählstruktur kommt daher, dass das Finale des Films eigentlich anders ausgesehen hätte. Da hätten John McClane und der von Jeremy Irons gespielte Simon Gruber eine Art von Flaschendrehen mit einem Raketenwerfer gespielt! Hört sich geil an? Dann seht euch das alternative Ende HIER an! Mein Fazit: 8,5 von 10 Sternchen – Stirb Langsam Faktor 70%

 

Erst im Jahr 2007 kam dann “Stirb Langsam 4.0″. Anders als bei Filmenreihen wie “Indiana Jones” war die nach vielen Jahren nachgeworfene Fortsetzung kein komplettes Wrack! Stirb Langsam 4.0 war sogar recht gut, nur eben nicht so gut wie seine 3 Vorgänger. Regiesseur Len Wiseman, der Mann hinter jeden der “Underworld” Filmen, zog den Film wieder als Buddymovie auf. Diesmal bekam John McClane Verstärkung vom Computerfreak Matt, gespielt von Justin Long. Und wie bei jeden Buddymovie unterscheiden sich die beiden, die ein Team bilden müssen drastisch voneinander. Hier war es ein junge aus dem Digitalen Zeitalter und der Oldschool Cop. Das Script war (wie üblich) wiedermal KEINES für die Stirb Langsam Reihe. Das Drehbuch mit dem Titel “WW3.com” war schon 1998 geschrieben worden, aber durch die  Terroranschläge 2001 verzögerte sich jegliche Produktion die irgendwas mit Terrorismus zu tun hatte. So verstaubte die Storry über Cyberterrorismus irgendwo in einer Schublade, bis es eben für die Rückkehr von John McClane herhalten musste. John McClane war in der Zwischenzeit nicht nur älter geworden, sondern auch um einiges mehr Badass! Denn um mit den modernen Sehgewohnheiten des Publikums mitzuhalten, das inzwischen fast nur noch Übermenschen wie die Krieger aus 300 oder dem Superagenten Jason Bourne im Film sieht, musste auch hier an der “Unglaublichkeitsschraube” gezogen werden. Größer, späktakulärer und abgefahrener waren die Stunts! Während man in Teil 1 schon eine riesen Spannung erzeugen konnte, indem Bruce Willis von einem Lüftungsschaft zu einem anderen rüberspringt, muss er nun  auf Kampfjets rumspringen. Wenn ihr die beiden Szenen mal miteinander vergleicht merkt ihr, dass das irgendwie nicht zusammenpasst. Der für Actionfilmmaßstäbe einstmals recht bodenständige und realistische John McClane wurde mit spätestens durch Stirb Langsam 4.0 zum Standart-Badass-Action-Held. Mein Fazit: 6,5 von 10 Sternchen – Stirb Langsam Faktor 50%

 

Nun haben wir das Jahr 2013 und der 5te Teil der Stirb Langsam Reihe läuft in den Kinos. Der Regiesseur John Moore, der bisher bekannt ist durch die Remakes von “Das Omen” und “Der Flug des Phönix”, sowie der Videospielverfilmung “Max Payne” hatte die Chance, das erste mal einen Stirb Langsam vom ersten Federstirch an zu machen. Das erste Mal in der 25 jährigen Geschichte der Filmreihe wurde nicht irgend ein Projekt zu einem Stirb Langsam umgearbeitet, sondern von Anbeginn an als Stirb Langsam konzeptioniert! Der Drehbuchautor Skip Woods, der schon den Stift für die Filme “Das A-Team” und “X-Men Origins: Wolverine” geführt hatte sollte John McClanes neues Abendteuer schreiben. Doch dieser hatte wohl keine Ahnung, wie in Stirb Langsam auszusehen hat. Kein cooler aber verletzlicher Cop war John McClane, sondern eine Killermaschine! Und sein Sohn ist nicht viel anders. Die Handlungen der Vorgänger war zwar meist simpel, dafür aber clever geschrieben und mit interessanten Charaktären gespickt. Der 5te Stirb Langsam versuchte mit seinem Twist clever zu sein, aber mein Gott, das schaffte er bei weitem nicht. Die Charaktäre waren uninteressant und auswechselbar, die Handlung platt und die Action übertrieben. John McClane und Sohn sind Supermänner und das Franchise ist Tot. Mein Fazit: 4 von 10 Sternchen – Stirb Langsam Faktor 20%

So, jetzt wisst ihr, wie die Reihe entstanden ist und was ich von den jeweiligen Filmen halte! Wie sieht es mit euch aus? Schreibt mir auf Facebook oder per Email wie ihr die einzelnen Stirb Langsam Filme seht, welcher der beste und schlechteste für euch ist und ob ihr meinen Artikel schlecht oder ganz schlecht findet! :D