«

»

Apr 19

„SUICIDE SQUAD“ Review

Wie treue Leser meines Blogs wissen haben „Man of Steel“ und „Batman v Superman: Dawn of Justice“ keinen positiven Eindruck bei mir hinterlassen. Ehrlich gesagt war deren Eindruck so verdammt negativ, dass ich mir im Sommer 2016 sparte den dritten Film des DC-Cinematic Universe im Kino anzusehen. Inzwischen hatte ich jedoch die Gelegenheit den Streifen anzusehen um mir selbst eine Meinung zu der Comicverfilmung zu machen. Schauen wir doch mal kurz was die Story zu bieten hat, bevor wir uns meinem Urteil widmen:

suicide-squad-titleAmanda Waller hat mit ihrer Taskforce X einen Plan für das Worst Case Szenario. Für den Fall, dass das nächste mal ein Superwesen aufkreuzt, dass den Menschen schlecht gesinnt ist, will sie für die US-Regierung ein Team von außergewöhnlichen Menschen zusammenstellen. Außergewöhnlich gefährlichen Menschen. Aus den Topgefängnissen des Landes pickt sie die bösesten der Bösesten heraus. Psychopathen wie Harley Quinn, Auftragskiller wie Deadshot und Freaks wie den Pyrokinetiker Diablo und dem schuppigen Kanibalen Killercroc. Als durschlagendes Argument für ihre Taskforce X sind die Erfolge, die sie bereits mit Enchantress erzielt. Ein uraltes, magisches Wesen, dass in dem Körper einer Archäologin steckt, tanzt bereits nach Wallers Pfeife. Schnell sind die oberen Pentagonleute von der Taskforce X überzeugt und schicken das Team aus Superbösewichten auf ihr erstes Himmelfahrtskommando.

Oh mann, Gott sei dank war ich da nicht im Kino. Suicide Squad ist Fehlschlag Nummer 3 von Warner Bros/DC. Erstmal bin ich von der schieren Unsinnigkeit von Amanda Wallers Plan fasziniert. Taskforce X soll einspringen, wenn wir es mit einem „bösen Superman“ oder etwas Vergleichbaren zu tun bekommen? Wie genau soll in so einer Situation der Typ, der gerne Bummerangs wirft helfen? Oder die psychopathische Stripperin mit dem Baseballschläger? Das ist so hirnrissig, das es weh tut. Das Suicide Squad würde Sinn machen, wenn man es vielleicht dort hinschickt, wo ein konventioneller Militäreinsatz nicht möglich ist. Vielleicht ein politisch brisanter Umstand, bei dem man den Einsatz „Bösewichte“ als deren linke Nummer verkaufen könnte und jede Verbindung zu deren Aktivitäten abstreiten kann. Es wäre auch einsetzbar wenn es darum gehen würde einen Gangsterboss wie den Joker aufzuhalten indem man das Insiderwissen des Suicide Squads nutzt. Aber um ein Wesen mit gottgleichen Fähigkeiten aufzuhalten sind 80% der Mitglieder unqualifiziert. Schon die Grundprämisse ist also ein einziger Handlungsfehler und glaubt mir, es wird kaum besser. So mag zwar die eine oder andere Figur etwas interessant wirken. Will Smiths Coolness ist nicht von der Hand zu weisen, aber der Streifen ist einfach viel zu voll gepackt mit den unterschiedlichsten Figuren um den einzelnen wirklich Zeit einräumen zu können. Zum Beispiel die japanische Schwertschwingerin Katana wird in einem Satz vorgestellt: „Das ist Katana, sie hat ein magisches Schwert und hält mir den Rücken frei“. Ich glaube nicht, dass sie im Laufe des kompletten Films mehr als zwei vollständige Sätze spricht. Und glaubt nicht, dass solche Charaktere wie Killercroc, Slipknot oder Captian Bummerang mehr zu sagen oder zu tun haben. Der Film versucht einem aufzutischen, dass dieser zusammengewürfelte Haufen von Außenseitern zum Schluss einander wie Freunde oder einer Familie vertrauen. Ich kann euch aber nicht sagen, wann dieses ganzen bunten Kameraden angefangen haben sich zu mögen oder irgendwie als Team zusammengewachsen sind. Der Fokus liegt sowieso hauptsächlich auf Will Smiths Dead Shot und Margot Robbies Harley Quinn wobei letztere hauptsächlich durch ihr knappes Outfit die Linse des Kameramannes anlockte. Es ist für mich, als Fan der Batman Zeichentrickserie aus den 90ern, in der Harley Quinn das erste mal auftrat, stark befremdlich diese Figur so stark sexualisiert zu sehen. Die Beziehung zwischen Harley und Joker sollte die jungen Zuschauer (insbesondere Zuschauerinnen) vor den Schrecken häuslicher Gewalt warnen und ihre Hörigkeit zum Joker soll ein abschreckendes Beispiel sein. Seitdem kommt es mir so vor, als würde Harley in der Popkultur eher zum Sexobjekt degradiert werden und Suicide Squad ist da keine Ausnahme. Alle sind in Kampfoutfits unterwegs, während Harley Hotpants und Stöckelschuhe trägt und nebenbei ihren Arsch in die Kamera hält, damit sie eine Handtasche stibitzen kann und anschließend frech „wir sind die Bösen“ kichert. Ich finde das nicht nur bescheuert, sondern auch ziemlich traurig. Und wenn wir schon bei Harley sind, reden wir doch gleich noch über den Joker, der in dieser Story eigentlich nur eine Randfigur ist. Seltsam, oder? Man besetzt einen oscarprämierten Methodactor wie Jared Leto um den mit Abstand berüchtigsten Superbösewichten aller Zeiten zu spielen und pflastert das Werbematerial voll damit, aber eigentlich ist er nur für Harleys Nebenhandlung und Origingeschichte da. Im Grunde ist der Joker ein weiterer, überflüssiger Charakter, der den Film nur zusätzlich aufbläht.Wieso muss das sein? Warum kann das Suicide Squad nicht einfach ein vierköpfiges Team sein? Warum müssen sie gegen Götter und Monster kämpfen, wenn es logischer und interessanter wäre die Geschichte kleiner, persönlicher und mehr geerdet zu halten – Wieso nicht zum Beispiel den Joker als Bösewicht nutzen und Harley Quinn ins Suicide Squad stecken um die beiden gegeneinander auszuspielen? Wieso den Film nicht eher wie einen Heist- oder Gangsterfilm aufziehen anstatt die gleichen Comicverfilmungsklischees auszupacken, die wir schon hundert mal gesehen haben? Wieso muss Harley wie eine Stripperin aussehen und der Joker wie der Typ von DieAntword? Warum lässt DC/Warner Bros nicht mal einen anderen Mann als Zack Snyder ans Steuer bzw. lässt den anderen (in diesem Fall David Ayer) einfach seinen Job machen ohne im Nachhinein am Film rumzubasteln? Es ist einfach wieder einmal schade. Will Smith ist cool und einige der Figuren hätten vielleicht interessant sein können, wenn man ihnen auch mal etwas zu tun gegeben hätte oder sie richtig miteinander interagieren hätte lassen. Es gibt ein paar Szenen die schön aussehen, aber im Grunde ist es immer noch die gleiche, ätzende Show, die wir uns auch bei den letzten beiden DCU-Filmen geben mussten, nur mit etwas mehr Neonfarben und Hotpants.

Mein Fazit: 3 von 10 Puddin Halsketten

Sie haben die Handlung von „Flucht aus New York“ / „Die Klapperschlange“ gemischt mit „Guardians of the Galaxy“, ein gefühltes Dutzend kunterbunter Comicfieslinge hineingeworfen und gemeint, dass das genügt um die Zuschauer zu befriedigen. Selbst mit meinen niedrigen Erwartungen wurde ich trotzdem von „Suicide Squad“ enttäuscht. Der Film hat zwar wieder Schotter ohne Ende eingebracht, aber DC kann nicht ewig darauf setzen, dass die Leute ihnen immer weiter die Tür einrennen, wenn die Qualität ihrer Filme unterste Kanone ist.

2 Pings

  1. “GHOSTBUSTERS (2016)” Review » Degl-Toons

    […] Film anzusehen – sogar im Extended Cut, da ich mir nicht wie bei „Batman v Superman“ und „Suicide Squad“ vorhalten lassen will, dass für den Film wichtige Szenen in der Kinofassung fehlten. Gut, […]

  2. „WONDER WOMAN“ Review » Degl-Toons

    […] Universe) “Man of Steel“, “Batman v Superman: Dawn of Justice” und “Suicide Squad” allesammt Enttäuschungen. Eines der größten Probleme ist, dass Warner Bros mit diesen […]

Kommentare sind deaktiviert.