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Jul 15

„TERMINATOR: GENISYS“ Review

Arnold Schwarzenegger ist zurück in seiner Paraderolle als Terminator. 12 Jahre seit seinem letzten Auftritt als Killerroboter und 6 Jahre nach dem letzten Film des Franchises. Wie wir wissen waren „Terminator 3“ und „Terminator: Die Erlösung“ beide Enttäuschungen. Keine der James-Cameron-losen Fortsetzungen konnte bisher mit dem Zauber von „Terminator“ und „Terminator 2“ auch nur ansatzweise mithalten. Die Frage ist ob der 5te auch in die Nische „Fortsetzungen die die Welt nicht braucht“ fällt, oder ob wir mal wieder einen guten Beitrag zur Reihe erhalten? Dazu müssen wir ein klein bisschen über die Handlung des Filmes reden, aber nicht zu viel, denn anders als der Trailer zu „Terminator: Genisys“ habe ich nicht vor ALLES im Voraus zu spoilern.

Terminator GenisysÄhnlich wie bei J.J. Abrahams Neuauflage von Star Trek haben wir es hier mit einem Quasi-Reboot zu tun, dass Elemente der ersten beiden Terminatorfilme aufgreift und mit den franchiseüblichen Zeitreisen ordentlich umgestülpt. So ist der Beginn des Films hauptsächlich eine (teilweise sogar Bild für Bild übereinstimmende) Nacherzählung von Terminator 1. Kyle Reese, der in einer postapokalytischen Zukunft gegen die Maschinen kämpft, wird per Zeitmaschine ins Jahr 1984 zurückgeschickt. Dort soll er Sarah Connor  vor einem ebenfalls in die Zeit zurückgeschickten Terminator zu beschützen. Sarah ist so wichtig, weil ihr noch ungeborener Sohn John Connor in der Zukunft der Anführer des Widerstandes gegen die Maschinen sein wird. Soweit so gut, doch nun hat sich einiges geändert. Anders als gedacht ist Sarah nicht die schutzlose Kellnerin wie erwartet, sondern eine beinharte Kriegerin, die einen eigenen Terminator im Schlepptau hat. In dieser neuen Zeitlinie, versuchte Skynet, das Computernetzwerk, dass die Menschen auslöschen will, Sarah bereits als Kind zu töten. Zu ihren Schutz wurde damals ebenfalls ein umprogrammierter Terminator ihr zur Seite gestellt. Sie wurde also von der von Arnold gespielten Killermaschine zum Soldaten erzogen und auf das was kommen wird vorbereitet. Sarah, Kyle und der gealterte T-800 wollen nun gemeinsam den Tag der Abrechnung aufhalten, an dem Skynet einen nuklearen Krieg auslöst. Zuerst müssen sie sich gegen einen T-1000 behaupten, dem Gestalt wandelnden Flüssigmetalroboter, den wir aus „Terminator 2“ kennen. Danach wird es richtig kompliziert, denn es folgen noch mehr Zeitreisen und auch ein neuer, noch weiterentwickelter Terminator, der dem Trio im Weg steht und daran arbeitet Skynet online zu bekommen.

Ich ging mit sehr, sehr niedrigen Erwartungen ins Kino und daran lag es vermutlich auch, dass ich dann trotz allem positiv überrascht war von Terminator: Genisys. Versteht mich nicht falsch, an die beiden James Cameron-Filme von 84 und 91 kommt der Streifen natürlich nicht mal ansatzweise ran. Doch in der Liga der restlichen Terminatorfortsetzungen kann er gut mitspielen. Ob man das als Lob versteht ist jedem selbst überlassen. Regisseur Alan Taylor, der bereits an Game of Thrones und „Thor: The Dark Kingdom“ gearbeitet hat, tat wohl sein möglichstes um Arnie und seine Paraderolle ins beste Licht zu rücken und die Reihe im Glanz und Gloria der vergangen Tage wieder aufleben zu lassen. Während T3 wie eine lahme Parodie auf Terminator 2 und Terminator: Die Erlösung einfach nur eine fade, seelenlose Tortour war, verbindet Genisys Versatzstücke aller bisherigen Filme. Natürlich sind da erstmal die ganzen Nostalgiemomente, in denen der Film Szenen aus T1 und T2 nachstellt, dann haben wir einige Ideen, die mich an T3, Terminator: Die Erlösung und sogar an die kurzlebige Terminatorserie mit Lena Headey erinnerte. Unterm Strich ist Genisys ein Frankensteinmonster von einem Terminatorfilm, dessen Zeitreiseelemente einerseits überkompliziert sind, andererseits sind diese aber das interessanteste an dessen Story. Nicht alles in dem Film macht wirklich Sinn und die Zeitreisehandlung mit ihren vielen Zeitebenen und unterschiedlichsten Zeitmaschinen und Zeitreisen lässt die Figuren im Film eigentlich nichts anderes machen als sich gegenseitig ständig zu erklären was überhaupt los ist. Den Rest der Zeit laufen sie meist weg oder schießen wild um sich. Das macht es einem schwer überhaupt eine Beziehung zu den Figuren aufzubauen, vorallem zu Bulldogfresse Jai Cortney, der auch nach dem Flopp von Stirb Langsam 5 immer noch nicht sympatischer geworden ist. Emilia Clarke, die ironischer weise wie Lena Headey aus Game of Thrones bekannt ist und nun ebenfalls Sarah Connor spielt, hat den Vorteil, dass sie zumindest etwas wie Linda Hamilton, die Original-Sarah Connor aussieht. Chemie zwischen den beiden, wie einst bei Hamilton und Michael Biehn gibt es aber zu keiner Zeit. Bleibt da noch Arnie höchst persönlich, der eben die gleiche Show abzieht wie vor 12 Jahren, wobei er hier etwas besser weg kommt wie im dritten Terminator. Solide Schwarzeneggerkost, aber das rettet noch keinen Film. Für mich war der Film einigermaßen in Ordnung bis zum dritten Akt. Wenn ihr im Kino seit und die Szene seht, in der die Truppe in einen Helikopter steigt, geht es steil bergab, denn das Finale ist voller unglaubwürdiger Actionszenen. Zudem stürzt das Zeitreise- und Logikkonstrukt, das der Film bis dahin irgendwie aufrecht erhielt, komplett zusammen. Mein Eindruck ist, dass sich die Drehbuchautoren total verrannt haben. Da sind einige gute Ideen, einige miese Ideen, aber keine wurde irgendwie aussortiert oder strikt verfolgt, sondern alles in einen Topf geworfen und versucht mit viel Zeitreisemumbo-jumbo zusammenzukitten. Trotzdem muss ich zugeben, dass mir der ganze Quatsch auf einem Popcornkinolevel großteils unterhalten hat. Es ist kein kompletter Totalausfall, aber nichts das sich irgendjemand dann auf Bluray kaufen müsste.
Hier der Trailer – Aber ansehen auf eigene Gefahr, da er massive Spoiler enthält!

Mein Fazit: 5 von 10 Magnetschlagringen
Terminator: Genisys will, wie damals „Die Erlösung“ der Start einer neuen Trilogie sein. Ich habe das Gefühl, dass dies wieder ein Schuss in den Ofen ist. Zwar gefällt mir Arnolds Rückkehr und der etwas zu konfuse Zeitreiseplot ist auch an der einen oder anderen Stelle amüsant, sowie ein paar der Actionszenen, doch im großen ganzen haben wir einen Film, der ETWAS besser ist als der dritte und vierte Film – aber eben noch weit davon entfernt richtig gut zu sein. Für mich besteht die Reihe bis heute nur aus T1 und T2 – alles andere ist überteuerte Fanfiction und unnötiges Ausschlachten eines Franchises, dass bereits im Jahr 1991 ein mehr als befriedigendes und kompromissloses Ende fand.

2 Pings

  1. „10 CLOVERFIELD LANE“ Review » Degl-Toons

    […] soll man erst beim Ansehen des Films mitbekommen und nicht vorher schon kennen… Aufgepasst, Terminator: Genisys… So macht man das! Wie üblich, werde ich nur die Grundzüge der Handlung erklären und […]

  2. Top- und Flopfilme 2015 » Degl-Toons

    […] Hier meine Review zu “Terminator: Genisys” […]

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