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Apr 23

„THE GUYVER“ (1991) Review

Bei amerikanischen Realverfilmungen von Mangas denkt man an Filme wie „Death Note“ und „Dragonball Evolution“, aber derartige Adaptionen sind kein Phänomen diese Jahrhunderts. Bereits in den 90ern musst der eine oder andere japanische Mangaband als Vorlage für einen Hollywoodstreifen herhalten. Einer davon ist „THE GUYVER“, der hierzulande als „Mutronics“ vermarktet wurde. Da der Originaltitel jedoch um einiges geläufiger ist – und auch auf den deutschen DVD-Release um einiges prominenter abgedruckt wurde bleibe ich bei „Guyver“. Wie immer werfen wir einen kleinen Blick auf die Handlung:

the-guyver-reviewKurz bevor sich Dr. Segawa mit dem CIA Agenten Max Reed treffen kann um über seinen Arbeitgeber, die Chronos Corperation auszupacken wird er von den Handlangern seines Chefs erwischt. Bei den heimlichen und gefährlichen Tätigkeiten von Chronos geht es aber nicht um Steuerhinterziehung oder Umweltverschmutzung – Nein, Chronos ist der Denkmantel einer geheimen Alieninvasion der Zoanoiden. Diese tarnen sich als Menschen, können aber blitzschnell in eine bizarre Monsterform mutieren. Segawa hat den Zoanoiden die sogenannte Guyvereinheit gestohlen und vor ihnen versteckt. Zufällig stolpert der junge Student und Möchtegernkampfkünstler Sean über die Guyvereinheit, die sich als organischer Kampfanzug entpuppt, der ihm Superkräfte verleiht.

 

Wenn man „The Guyver“ für irgendetwas loben kann, dann für seine Effekte. Die Monsterkostüme sehen großartig aus, die Verwandlungsszenen können schon fast mit Meilensteinen wie „An American Werewolf in London“, „Das Ding aus einer anderen Welt“ und „Die Fliege“ mithalten und dies trotz des schmalen Budgets von 3 Millionen US-Dollar. Der Rest des Films ist … naja, nicht so gut. Erstmal ist es eine riesige Sauerei, dass der Film so vermarktet wurde, dass man glaubte Mark Hamill, also Luke Skywalker, die Titelrolle spielt. Aber Pustekuchen, Mark spielt die Nebenrolle des Max Reed und der Guyver wird vom relativ unbekannten TV-Schauspieler Jack Armstrong gespielt. Und wenn dieser nicht in seinem Bioorganischen Anzug ist, kommt seine Figur recht lahm daher. Hamills Figur wäre als Guyer viel interessanter gewesen und Hamill in der Hauptrolle wäre offensichtlich die bessere Wahl gewesen. Eine noch größere Bürde für den Film ist jedoch seine Identitätskrise. Ich habe keine Ahnung für welches Publikum dieser Film gedreht wurde. Einerseits wird einem hier ekeliger Bodyhorror mit grotesken Verwandlungen und blutige Kämpfe geboten – Andererseits wird man mit dämlichen Sprüchen, kitschiger Musik und kindischen Slapstikhumor eingedeckt. Während der Film vor Ekelszenen nur so strotzt und verdient das FSK 16-Kennzeichen trägt, scheint man jedoch mit dem Humor und der Inszenierung eine Zielgruppe von Grundschülern anzustreben. Negativ sticht hier der von Jimmie Walker gespielte Zoanoide hervor, der in seiner Monsterform aussieht wie eine Mischung aus Jar-Jar Binks und einem Gremlin und als wandelnder afroamerikanischer Stereotyp nie die Klappe hält und ständig versucht zu rappen. Fast genau so anstrengend wie das rappende Monster sind die Szenenwechsel, die von einer kleinen Schnittanimation und einem Soundeffekt begleitet werden. Das mag das mag beim ersten mal noch irgendwie charmant wirken, doch da es sich um die immer gleiche Art von Schnitt und Soundeffekt handelt – egal wie unpassend es gerade ist – wird dies sehr schnell sehr nervig.

Mein Fazit: 3 von 10 rostigen Toastern

Man hätte Mark Hamill die Hauptrolle geben sollen. Man hätte entscheiden müssen ob man eine kinderfreundliche Superheldengeschichte Richtung Power Rangers oder Teenage Mutant Ninja Turtles erzählt, oder eben einen düsteren und makaberen Sci-Fi-Thriller. Man hätte sich unabhängig davon den rassistischen Stereotypen, der nie die Klappe hält sparen müssen. Man hätte diese nervigen Szenenwechsel reduzieren oder ganz herauslassen müssen. Dann hätte „The Guyver“ funktioniert und wäre vermutlich sogar gar nicht mal übel gewesen. Das hat man aber nicht, und nun nervt der Streifen beim Ansehen hauptsächlich. Schade um die grandiose Arbeit des Special-Effect-Teams und Schade um den Manga “Guyver”, denn obwohl ich noch keinen Band von “Bio Booster Armor Guyver” gelesen habe, bin ich mir ziemlich sicher, dass dieser Film der Vorlage nicht gerecht wird.

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