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Feb 12

“THE HATEFUL EIGHT” Review

Es ist so weit, auch wir im fernen, fernen Deutschland kommen in den Genuss von Quentin Tarantinos achten Film, „The Hateful Eight“. Genau wie bei seinem letzen Film „Django Unchained“ handelt es sich bei Hateful Eight um einen Western, trotzdem würde ich den Film am ehesten mit einem völlig anderen Film von Tarantino vergleichen. Welchen ich da meine erzähle ich euch nachdem ich euch in groben Zügen erklärt habe um was es in dem Film geht.

Hateful eightVor einem Schneesturm flüchtend fährt die letzte Kutsche nach Red Rock. An Bord sind der von Kurt Russell gespielte Kopfgeldjäger John Ruth und seine Gefangene im Wert von 10.000 Dollar, die Killerin Daisy Domergue. Mitten in der Wildnis treffen sie auf Marquis Warren, einen weiteren Kopfgeldjäger, gespielt von Samuel L. Jackson. Beide wollen in Red Rock ihre Kopfgelder einholen, werden aber durch den Sturm gezwungen in „Minnies Miederwarenladen“ unterzukommen. Eine Hütte jenseits vom Nirgendwo in der jedoch auch schon einige andere Gestalten Schutz suchen. Eine elustre Runde, bestehend unter anderem aus einem alten General, einem Briten und dem angeblich zukünfigen Sheriff von Red Rock. Doch John Ruth ist misstrauisch und spürt, dass hier einer oder sogar mehrere nicht das ist was er vorgibt zu sein.

Der Kern von The Hateful Eight ist das Misstrauen, dass die einzelnen Charaktere gegenüber hegen. Das Mysterium wer alles Dreck am Stecken hat, welcher Dreck das ist und wen er dafür an den Kragen will, macht den Film aus. Selbst wenn mal dazwischen Stille Nacht auf dem Piano gespielt wird ist die Atmosphäre immer gespannt. The Hateful Eight ist bestimmt nicht Tarantinos massentauglichster Streifen. Dafür sorgt das überschaubare Setting der eingeschneiten Hütte, in dessen Wänden sich fast die komplette Handlung des beinahe 3 Stunden langen Western abspielt. Es ist eben ein Kammerspiel, das man wohl am besten mit Tarantinos Durchbruch „Reservoir Dogs“ vergleichen kann. Wer Quentins Filme mag, wird ohne Frage auch „The Hateful Eight“ gut finden. Der Streifen hat diese Soße aus intensiven, brilliant geschriebenen Dialoge, die brutale Gewalt, die interessanten Charaktere und den 70s-Exploitationfilm-Charme, den Tarantino über all seine Gerichte schüttet. Entweder man ist Fan von der Geschmacksrichtung Tarantino oder nicht. Qualitativ weicht The Hateful Eight jedoch nicht vom Niveau der anderen Filme ab. Trotz seiner, bereits erwähnten langen Spieldauer ist der Streifen keine Sekunde langweilig. Ich fand es super, Kurt Russel wieder in einer großen Rolle zu sehen (vor allem wenn er niemanden traut und eingeschneit ist). Es wird Zeit, dass Kurti wieder häufiger über die Leinwand läuft, denn wie er hier zeigt, hat er schauspielerisch noch eine Menge drauf. Die komplette Besetzung ist klasse, besonders jedoch Jennifer Jason Leigh, die die total irre Gefangene Domergue spielt. Ich drück beiden die Daumen, dass ihre Karriere einen ähnlichen Schub bekommt wie die von Christoph Waltz nach Inglorious Basterds. Apropos Waltz: Ich bin mir zu 100% sicher, dass der von Tim Roth gespielte Brite Oswaldo eigentlich für Waltz geschrieben wurde. Anscheinen hat Waltz jedoch lieber den Bösewicht in Spectre gemimt – da hätte er doch lieber nochmal für Tarantino arbeiten sollen.

Mein Fazit: 7,5 von 10 Kannen von Minnies Kaffee

The Hateful Eight ist ein sperriger Film. Er ist lange, er spielt auf kleinsten Raum und besteht zu 90% nur aus Gesprächen. Doch, wie bei Tarantino üblich, sind die Gespräche verdammt unterhaltsam und enden oft recht derb, blutig und brutal. Ich bin froh, dass die Marke Tarantino auch heute noch für so gute Filme steht. Auf jeden Fall einen Kinobesuch wert!

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  1. „GUARDIANS OF THE GALAXY VOL. 2“ Review » Degl-Toons

    […] der Hauptfiguren sind. Und Kurt Russel als Ego scheint zwar etwas unterfordert, aber, wie ich immer wieder sage, es ist immer cool Kurt Russel zu sehen. Ich freue mich schon darauf zu sehen wie die Bande ein […]

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