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Nov 09

“The Legend of Zelda – Link’s Awakening” – Das Remake meines Lieblingsspiels

legend-of-zelda-links-awakening-titleManche meiner Leser wissen es vielleicht schon, aber “The Legend of Zelda: Link’s Awakening” ist mein allerliebstes Videospiel. Und ich werde es auch völlig ohne Scham zugeben, dass dies aus nostalgischen Gründen der Fall ist. Der Original Game Boy war meine erste Videospielkonsole und ihm beiliegend bekam ich Super Mario Land 2 und Link’s Awakening. Zu diesen Zeitpunkt war mir nicht bewusst, dass es weitere Zelda-Spiele gab und dass die Hauptfigur eigentlich Link heißt – ich konnte ja nicht mal lesen, als ich begann mich erstmalig in einer Videospielwelt zu verlieren. Ich könnte hier noch mehr aus dem Nähkästchen plaudern, aber das eigentliche Thema soll heute das Remake von “Link’s Awakening” sein – nicht direkt eine Review, sondern eher was ich bei dem Spiel so fühlte… Keine Angst, ich werde nicht sentimental.

Vor kurzem erschien also ein Remake meines absoluten Lieblingsspiels und ich kaufte mir das Game gleich am ersten Tag in der Collectors Edition und zockte den Titel im Laufe eines Wochenendes durch. Ich hatte viel Spaß damit – sehr viel Spaß sogar, aber trotzdem war es etwas komisch. Wenn ich an „Legend of Zelda – Ocarina of Time“ und „Legend of Zelda – Majora’s Mask“ denke, die ursprünglich auf dem guten alten Nintendo 64 erschienen und für den Nintendo 3DS neu aufgelegt wurden, fühlte sich das alles besser an. Die 3DS-Versionen dieser Spiele, die in meinem Ranking gleichauf hinter „Link’s Awakening“ liegen, sind die ultimativen Varianten dieser Games. Man hatte beim Zocken von „Majora’s Mask“ auf dem 3DS das gleiche Erlebnis wie auf dem N64, nur dass ein paar kleine Macken ausgebessert wurden und die Darstellung etwas glatter und schöner war. Bei dem Switch-Remake für „Link’s Awakening“ fühlte ich mich zwar auch gleich heimisch, aber es klickte hier nicht so wie bei der Game Boy Variante. Aber wieso? Warum haben mich die Remakes der N64-SPIELE mehr abgeholt wie das „Link’s Awakening“ auf der Switch? Lasst es mich erklären:

Die neue Switch-Variante nimmt 1:1 das Layout des Originalspiels her, sogar die Grasbüschel stehen exakt wie vor über 25 Jahren im Rechteck umher. Das Design der NPCs, die Texte und alles andere wurde genau wie damals nachgebaut. Allerdings ist die Technik nicht stehen geblieben. Man Schuf die neue Spielwelt in einer putzigen 3D-Welt im süßen Spielzeuglook. Der Midi-Soundtrack des Gameboys wurde neu aufgenommen und passt zu den zuckersüßen Chibifiguren die nun die Insel Cocolint bevölkern. Aber so stellte ich mir Cocolint und das Setting des Spiels leider nie vor. Ich möchte hier nicht auf das Artdesign des Remakes bashen, denn das Switch-Remake sieht verdammt gut aus und ich mag das knuffige Design, doch das ist eben nicht mein „Link’s Awakening“. Wie ich es bereits bei meinem Artikel zum anstehenden Remake von „Final Fantasy 7“ sagte, kreiert eine minimalistische Präsentation immer eine Interpretation durch den Spieler. In meinem Kopf war „Link’s Awakening“ immer düsterer, epischer und auch wenn man sich mit putzigen Häschen unterhielt, trug dies zur surrealen Erfahrung der Spielwelt bei. Sollte dieses alte Game Boy Spiel so interpretiert werden? Ich weiß es nicht, links-awakening-handbuchaber so nahm ich es wahr. Die Musik des Titelbildschirms klang für mich, als ich den Game Boy in der Hand hatte wie die Fanfaren des Star Wars- oder Herr der Ringe-Themes – Das Remake hat eine wunderbare Version die hauptsächlich auf Flöten setzt, jedoch nicht die Epik vermittelt, die ich immer mit dieser Melodie assoziierte. Die Artworks zum Spiel zeigten immer diesen Anime-Link, der durch dunkle Dungeons irrte und malten die Welt eher mystisch – dies setzte sich bei mir im Kopf fest. Das ist natürlich alles eine Frage des Geschmacks und dem eigenen nostalgischen Bezug. Doch wie hätte ein Remake für mich aussehen müssen, um mich vollends zufrieden zu stellen? Da würde es glaube ich zwei unterschiedliche Methoden geben:

 

Die erste wäre die deutlich günstigere Art gewesen. Wenn man das Spiel von der Grafik des Game Boys einfach zum 16-Bit-Look eines Super Nintendo- oder Game Boy Advance-Spiels aufgewertet hätte, wäre wohl diese Interpretationsfreiheit erhalten geblieben, aber das Spiel hätte trotzdem von den Gameplayverbesserungen und einer ambitionierteren Präsentation profitiert. Diesen Weg ging einst „Metroid: Zero Mission“, dass auf dem Game Boy Advance erschien und ein ein Remake des ersten Metroids vom NES war. Die Esthetik entsprach hierbei der die bereits in „Super Metroid“ gefestigt wurde. Bei „Zero Mission“ holte man die Leute also genau dort ab, wo die Serie ihr erstes großes Hoch erreichte. Ein vergleichbares „Link’s Awakening“-Remake hätte also wohl etwas mehr dem Super Nintendo Titel „A Link to the Past“ geglichen.

Die andere Variante eines cooleren Remakes wäre die komplette Neuinterpretation gewesen. Man hätte sich die Story, die Themes und Spielwelt greifen können und das Gameplay eines modernen 3D Zeldas ala „Breath of the Wild“ darüber ziehen können. Dies wäre natürlich deutlich teurer gewesen als das tatsächliche Remake. Aber eine komplett neue Version hätte nicht das Problem einem direkten Vergleich mit dem Original standhalten zu müssenn. Dies hätte für mich natürlich auch komplett in die Hose gehen können – An den Punkt kann man ja nochmal meinen Artikel zum FF7-Remake erwähnen. Doch mit so einem mutigen Schritt hätte man einfach ein völlig neues Spielerlebnis schaffen können.

Letztendlich ist ein Remake immer Geschmackssache, genau wie bei einem Filmremake oder einem Coversong spielen hier die eigene Nostalgie und persönliche Vorlieben eine große Rolle. Es wärmt mir das Herz, dass anlässlich der ganzen Aufmerksamkeit, die Link’s Awakening erhält, so viele Leute ihre Liebe zu diesen Game Boy Klassiker bekunden. Für mich ist die Switch-Fassung von „Link’s Awakening“ zwar immer noch ein fantastisches Spiel, dass ich jedem empfehlen kann, aber mein „Link’s Awakening“ bleibt das in 4 Grüntönen, dass ich damals auf dem grauen Klotz gezockt habe.