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Jan 14

“THE NEON DEMON” Review

Aus meiner Reihe: „Filme die ich letztes Jahr verpasst habe, aber im Frühjahr auf BluRay nachhole weil da nur Mist im Kino läuft“ möchte ich euch nun „THE NEON DEMON“ von Nicolas Winding Refn vorstellen. Der Regisseur hat bereits mit „Drive“ und „only God forgives“ große Schlagzeilen geschrieben, aber ich hatte bisher leider noch nicht das Vergnügen einen seiner Filme zu sehen… Bis jetzt zumindest. The Neon Demon ist ein Film, den ich nicht so schnell vergessen werde. Wieso erkläre ich euch nach meiner kurzen, garantiert spoilerfreien Handlungszusammenfassung:

the-neon-demonDie grandiose Jungschauspielerin Elle Fanning spielt die Hauptfigur des Films, Jesse. Jesse ist ein blutjunges Model, dass gerade eben in Los Angeles angekommen ist. Sie hat keine Ahnung davon wie es in der Modeszene in der Stadt der Engel zugeht, doch schon kurz nach ihrer Ankunft findet sie eine Freundin und Mentorin in der Make-Up-Assistentin Ruby (gespielt von der fantastischen Jena Malone), die sie in diese Welt des Narzissmus und der Oberflächlichkeit einführt. Jeder der dem Jungmodel Jesse über den Weg läuft prophezeit der Unschuld vom Lande, eine große Zukunft. Jesses natürliche, reine Schönheit ist nämlich nicht von der Hand zu weißen und sie spielt sich gerade zu immer höhere Sphären in der Modewelt zu erreichen. In dieser Welt ist Schönheit nicht das wichtigste, sondern das Einzige was zählt, um den Film selbst zu zitieren – und damit ist Jesse gleichzeitig Raubtier und Beute im Modedschungel.

Leute, ich weiß dass hört sich jetzt erstmal nach einer 0815-Story an, mit einem unschuldigen Mädchen, dass zum Höhenflug ansetzt und dann am Ende des Films die Lektion lernt sie selbst zu sein. Irgendwas wie „Der Teufel trägt Prada“ oder so was. Aber nein, „The Neon Demon“ schlägt da eine ganz andere Richtung ein, bei der euch am Ende die Kinnlade runter fällt. Aber bevor ich darauf etwas eingehe, muss ich darüber reden wie verdammt gut der Film aussieht. Winding Refn erschafft zusammen mit der Kamerafrau Natasha Braier Bilder, die einfach nur erstaunlich aussehen. The Neon Demon ist einer der schönsten Filme, die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Die Farben, die Lichter, alles im Zusammenspiel mit dem gespenstischen Synthesizersoundtrack erzeugt eine einzigartige Atmosphäre, die man gesehen haben muss. Künstlerisch ausgeklügelte Einstellungen mit vielen Deutungsmöglichkeiten und alles in allen einfach hypnotisierende, oscarwürdige Aufnahmen.  Doch ich muss euch auch waren, denn ich garantiere euch, dass ein Drittel der Leute die sich den Streifen ansehen in hassen werden, ein Drittel wird den Film lieben und der Rest ist einfach nur baff und hat keine Ahnung was er gerade gesehen hat. Gegen Ende entwickelt sich „The Neon Demon“ vom sehr stilisierten Film mit einer stark visuellen Erzählweise zu etwas, was ich gemeinhin als „Mindfuck“ bezeichnen würde. Der Film wird surreal, sehr krass und explizit um so weiter er voranschreitet. Es ist ein Film, der von seinen starken Bildern – wunderschönen, als auch sehr makaberen. Damit wird man als Zuschauer schon herausgefordert. Ich bin immer noch perplex und kann nicht wirklich sagen wie mir der Film letztendlich gefiel – ich glaube, da werde ich den Film noch das eine oder andere mal ansehen müssen und viiiiiiel darüber nachgrübeln. Aber das ist etwas, was man den Film zugute halten muss: Er beschäftigt einen. „The Neon Demon“ ist auf jeden Fall absolut sehenswert, denn man kann ihn jemand anders nicht genauer beschreiben, ohne ihn für diesen nicht kaputt zu machen. Es ist eine Erfahrung. Tut euch selbst einen gefallen und seht euch the Neon Demon an, denn darüber müsst ihr euch selbst eine Meinung bilden.


Mein Fazit: %#@§ What the Fucks von 10

Ich habe mir den Streifen reingezogen ohne viel über ihn zu wissen, ein Umstand, den ich euch auch empfehle. Eigentlich habe ich mich nur darauf gefreut die talentierten Schauspielerinnen Elle Fanning und Jena Malone zu sehen, die in diesem Film wirklich wieder zeigen, was sie schauspielerisch drauf haben, aber was mich erwartet hat ist ein kam in Worte zu fassender Streifen, der mich in seinen Bann zieht, aber gleichzeitig abstößt. Verwirrt? Ich auch. Allerdings werde ich mir auf kurz oder Lang Winding Refns andere Filme ansehen müssen.