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Jul 27

“THE SHALLOWS” Review

Neulich, bei einer Tour durch die DVD-Wühltische bin ich auf “The Shallows” von 2016 gestoßen. Der Film hat gerade mal einen 5er gekostet und ich glaubte mich daran zu erinnern, dass einige Stimmen den Streifen als “besten Hai-Film seit Steven Spielbergs der Weiße Hai” lobten. Naja, das ist jetzt nicht sooo schwer, da die meisten Hai-Streifen ziemlicher Mist. Aber ich griff die Gelegenheit beim Schopfe und gönnte mir den Survival-Thriller mit Blake Lively. Reden wir über die Handlung:

the-shallowsNach dem Tod ihrer Mutter verschlägt es Nancy nach Mexiko. Auf ihren Selbstfindungstrip möchte sie an dem selben abgelegenen Strand surfen wie einst ihre Frau Mama. Sie stößt auf das kleine Paradies, fernab jeglichen Tourismus, in einer azurblauen Bucht brechen sich die perfekten Wellen zum reiten. Zuerst teilt sie sich die Idylle mit zwei Einheimischen, doch als sich diese zurückziehen möchte sie auch noch ein kleines bisschen nur gemeinsam mit ihren Surfbrett das Meer genießen. Allerdings begibt sie sich ungeahnt in große Gefahr. Ein extrem aggressiver weißer Hai hat sich in die Bucht verirrt, der alles im Wasser als Beute betrachtet. Nancy schafft es sich auf einen kleinen, aus dem Wasser ragenden Felsen vor dem Raubtier zu retten. Während das rettende Ufer in Sichtweite ist, ist sie auf dem winzigen Felsen gefangen, während dieser unweigerlich in der nahenden Flut vom Meer langsam verschluckt wird.

Eins muss ich, bevor es über den Film an sich geht noch ansprechen: Der deutsche Untertitel ist komplett bescheuert! Wirklich bewusst wahrgenommen habe ich das erst beim abfotografieren der DVD für diese Review, aber wie kann ich einem Streifen, der „The Shallows“ also quasi „Seichtes Wasser“ den Untertitel „Gefahr aus der Tiefe“ nennen? Ist den deutschen Filmverleihern nicht aufgefallen, dass sich das irgendwie widerspricht? Wie auch immer, widmen wir uns dem eigentlichen Film. The Shallows kann man am besten als Survival-Thriller bezeichnen. Ähnlich wie in „Der Marsianer“ ist unsere Hauptfigur vollkommen auf sich gestellt und muss sich aus einer lebensbedrohlichen Lage heraus-macGyvern. Wir verbringen also gut 95% des Films alleine mit Blake Lively, die wohl am bekanntesten durch ihre Rolle in der Serie Gossip Girl ist und vielleicht auch als Gattin von Ryan Reynolds Schlagzeilen macht. Lively macht einen einigermaßen guten Job. Man fiebert mit ihr mit, aber was sie abliefert ist nicht unbedingt bahnbrechend. Vielleicht liegt dies aber auch daran, dass ihr als Schauspielerin kaum etwas zum reagieren gegeben wurde. Ein Großteil des Films wurde nämlich in einem Pool vor Greenscreen gedreht und der gefährliche Hai entspringt auch in sämtlichen Szenen dem Computer. Was der Performance auch etwas in die Quere gekommen sein könnte sind die zahllosen Nahaufnahmen von Livelys Bikinibody. Man bekam immer wieder das Gefühl, dass der Film und dessen immerhin 17 Millionen Dollar umfassendes Budget vom Studio hauptsächlich durchgewunken wurde, da man hoffte dass Livelys zugegebener Maßen ansehnliche Kurven genügend Zuschauer in die Kino locken. Strategisch wird auf plotrelevante Art ihr Outfit auch noch von Szene zu Szene reduziert. Wie gesagt, die Gute macht einen guten Job, aber mir wäre es lieber gewesen, wenn sich der Film mehr auf die Story und weniger auf den Hintern der Hauptdarstellerin konzentriert. Weiterer Kritikpunkt sind für mich die Special Effects. Wie gesagt, der Film hat gerade mal 17 Millionen gekostet, was im Vergleich dazu, dass fast jede Aufnahme am Computer nachbearbeitet wurde schon fast lächerlich gering ist. Für dieses Budget sieht der Film gut aus, aber er hat eben auch viele, viele Szenen die dafür sehr künstlich wirken. Das ärgerliche dabei ist, dass der Film meiner Meinung nach besser funktioniert hätte, wenn man sich die eine oder andere überflüssige Szene mit teuren Computeranimationen gespart hätte und dafür die gesparten Ressourcen in die Effekte der wirklich wichtigen Szenen des Films investiert hätte. Und noch einen Makel hat der Film: Man wollte wohl etwas fancy sein und stopfte den Streifen mit einem schnell nervig werdenden Gimmick voll. Wenn die Hauptfigur auf ihr Handy oder auf ihre Uhr sieht blickt man als Zuschauer nicht z.B. über ihre Schulter um zu sehen was sie sieht, sondern es wird ähnlich einer Bild-in-Bild-Funktion „kunstvoll“ ins Bild eingefügt. Sorry, aber das wirkte wie will und kann nicht. Ansonsten ist „The Shallows“ aber recht spannend und kurzweilig. Über die Gründe wieso der Hai so blutrünstig ist oder wieso Nancy ständig Selbstgespräche führt darf man natürlich nicht näher nachdenken, aber trotz meiner zugegeben umfangreicher Kritik, die ich locker noch um einige Punkte ausweiten könnte, wenn wir über die weitere Handlung des Films sprechen würden, fühlte ich mich gut unterhalten.

 

Mein Fazit: 5,5 von 10 angeknabberten Surfbrettern

JA, The Shallows ist tatsächlich einer der besten Hai-Filme, die ich jemals gesehen habe! Doch dies wird hauptsächlich durch die schwache Konkurrenz möglich. Der Film ist kurzweiliger Edeltrash für alle, die einfach mal einen Haifilm sehen wollen ohne genetisch veränderten Haien oder Hai-Tornardos. Grundsolide Unterhaltung, jedoch nicht mal ansatzweise so genial wie „Der weiße Hai“!

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