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Okt 15

“TO THE DEVIL A DAUGHTER” Review

„TO THE DEVIL A DAUGHTER“ (1976) Review

Es ist wieder Christopher Lee-Zeit, meine Freunde! Heute ziehe ich aus meiner großen Hammer-Horror-DVD-Box den Streifen „To the Devil a Daughter“, in Deutschland bekannt als „Die Braut des Satans“. Wieder einmal ein sehr belämmerter deutscher Titel, nicht zuletzt wegen der Verwechslungsgefahr zu „Die Braut des Teufels“ alias „The Devil Rides Out“. Wie auch immer, ich bleibe beim englischen Titel, der geht viel besser über die Zunge. Aber worum geht es eigentlich in dem Film fragt ihr euch bestimmt inzwischen. Ich erzähl es euch:

to-the-devil-a-daughter-reviewDie junge Catherine hat ihr gesamtes bisheriges Leben in einem bayerischen Kloster verbracht. Die Gemeinschaft des Klosters wurde vom eigentlich exkommunizierten Priester Michael Rayner gegründet, der Catherine kaum Kontakt zur Außenwelt erlaubt. Allerdings wurde ihr zugestanden zu ihren Geburtstagen ihren Vater zu besuchen. Catherines Vater, kennt jedoch Rayners wahre Absichten und bittet den etwas in die Jahre gekommenen Autor und Okkultismusexperten Jim Verney darum seiner Tochter zu helfen. Und als Catherine auf dem Londoner Flughafen landet schafft er es sie ihren Aufpassern wegzuschnappen. Doch Rayner und seine Satanisten haben noch einige Pläne mit Catherine und wollen sie – auf Teufel komm raus – wieder zurück.

Man könnte „To the Devil a Daughter“ als spirituellen Nachfolger von „The Devil Rides Out“ betrachten. Ebenso wie dieser Streifen basiert er auf einen Roman von Dennis Wheatley. Lee ist diesmal der hinterhältige Satanist, der versucht die junge Catherine wieder in seine Klauen zu bekommen, während der von Richard Widmark gespielte Okkultismusexperte John Verney versucht das junge Mädchen vor den Machenschaften der Kultisten zu retten. „To the Devil a Daughter“ ist kein reiner britischer Film, sondern eine deutsche Co-Produktion. Ein paar Szenen zu Beginn des Films spielen zum Beispiel in Bayern. Das größte Merkmal auf die deutsche Finanzierung wird jedoch Nastassja Kinski sein, die die junge Cathrine spielt. Die gute ist natürlich keine geringere als die Tochter Klaus Kinskis. Für ihre zarten 15 Jahre spielt Nastassja sehr gut, das Talent scheint ihr wohl im Blut zu liegen. Doch, dass sie zum Zeitpunkt der Dreharbeiten erst 15 ist, wirft auch gleichzeitig ein negatives Licht auf den Film. Der Film hat ein paar verstörende und auch kontroverse Szenen mit Kinski. Ich will nichts vorweg nehmen, aber Hammer hätte sich wohl selbst einen Gefallen getan eine über 18-jährige Schauspielerin für die Rolle zu casten. Ich weiß nicht ob es nur daran lag, oder ob noch weitere Faktoren mit einspielten, aber der Film scheint generell unbeliebt zu sein. Der Autor des Buches Dennis Wheatley hasst den Film und auf den meisten Bewertungsseiten ala IMDB und Co rangiert der Film weit hinter dem thematisch ähnlichen „The Devil Rides Out“. Ich finde das hat der Streifen nicht verdient. Der Film hat durch die deutsche Filmförderung einen kleinen Budgetboot bekommen, den man vor allem bei der Kameraarbeit bemerkt. Für einen (trotz aller Zuschüsse) sehr günstigen, britischen Horrorfilm werden hier wirklich schön inszenierte Bilder gezeigt. Der Horror funktioniert gut, die Schauspieler sind durch die Bank klasse und ganz generell muss ich sagen, dass mir „To the Devil a Daughter“ besser gefallen hat als „The Devil Rides Out“. Aber meine lobenden Worte kommen hier 40 Jahre zu spät. Den Hammer Studios ging es schon seit einiger Zeit finanziell nicht mehr gut. Die Sehgewohnheiten der Menschen haben sich geändert und Hammers Stil kam nicht mehr an. „To the Devil a Daughter“ sollte Hammers letzter Horrorfilm sein. Kurz darauf ging das Studio komplett pleite. Vielleicht war der Film zu kontrovers, oder es bestand einfach kein Interesse mehr an allen auf dem der Name „HAMMER“ stand, aber ich kann den Streifen nur empfehlen.

Mein Fazit: 7 von 10 bayerischen Satanisten

„To the Devil a Daughter“ mag damals keine Preise abgeräumt haben und hat dem „HAMMER HORROR“ ein Ende bereitet, aber dies ist nicht das Ende von Hammers Geschichte. In den 2000ern hat ein Niederländer die Marke Hammer wieder reaktiviert und Filme wie „Die Frau in Schwarz“ und das Remake von „Let Me In“ produziert. Der alte Charme ist zwar nicht mehr wirklich vorhanden, aber es ist schön, dass die Marke Hammer nicht für immer verschwunden ist.

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