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Aug 25

“TREMORS 6: EIN KALTER TAG IN DER HÖLLE” (2018) Review

Was sagt man denn dazu? Während ich Ende 2017 Reviews zu allen bisherigen Tremorsfilmen schrieb und von Fortsetzungen träumte wurde ohne mein Wissen gleichzeitig an zwei Tremors-Projekten gearbeitet. Eines davon war der sechste Film in der Reihe „Tremors: Ein kalter Tag in der Hölle“, vom gleichen Team, dass den 5ten Teil drehte. Nachdem ich mir nun endlich den derzeit aktuellsten Streifen der Reihe reingezogen haben, kann ich euch nun sagen was ich von ihm halte. Wie immer aber zuerst ein kleiner Blick auf die Handlung:

tremors-6-reviewIn der eisigen, kanadischen Tundra geht ein Team von jungen Forschern ihrer Arbeit nach, als sie plötzlich von massiven Kreaturen angegriffen werden, die sich durch Schnee, Eis und Erdboden graben. Zumindest eine Forscherin ist sich sicher, dass es sich dabei nur um Graboiden handeln kann. Obwohl sich die Biester bisher nur in heißen Gegenden wie Nevada, Mexiko und Süd Afrika zeigten, gibt es kaum einen Zweifel an der Identität der Monster, was bedeutet, dass der einzige spezialisierte Graboidenjäger der Welt zur Hilfe gerufen werden muss: Burt Gummer! Burt, der in seinen alten Heimatdorf Perfection einen Laden schmeißt kann sich finanziell kaum über Wasser halten und zudem nagt langsam das Alter an ihm. Doch er (und sein Sohn Travis) lassen sich nicht zwei mal bitten, wenn es darum geht menschenfressende Raketenwürmer in die Luft zu jagen!

 

Das größte Verkaufsargument von „Tremors: Ein kalter Tag in der Hölle“ ist: GRABOIDEN IM SCHNEE! Ein Versprechen, dass der Film leider nicht einhalten kann. Denn, obwohl die Handlung im frostigen Kanada spielt, wurde der Film (abgesehen von ein paar Landschaftsaufnahmen), genau wie sein Vorgänger in Süd Afrika gedreht. Die Eröffnungsszene, die ein paar Jungspunde, die als Wissenschaftler durchgehen sollen, beim durchführen von Eiskernbohrungen zeigen soll, wurde in einer Wüste gedreht. Die Schauspieler wurden in Mützen aufgesetzt und ein Blaufilter, sowie ein paar Schneeflockeneffekte wurden über die Aufnahmen gelegt. Lasst euch das kurz auf der Zunge zergehen. Die Schneeszenen wurden in der Wüste gedreht. Allerdings wurde sich für den restlichen Film nicht mehr so viel Mühe gegeben, das eigentlich heiße Wetter des Drehorts zu verstecken. Der Rest des Films spielt in einem Gebiet, dass wegen einer „Hitzewelle“ vollkommen schneefrei und warm ist. Das thematisieren des Klimawandels ist zwar löblich, aber wenn man einen Film mit dem Untertitel „Ein kalter Tag in der Hölle“ bewirbt, sollte man vielleicht nicht alle Figuren darüber jammern lassen wie warm es ist. Beim Ansehen haben meine Freunde und ich ständig darüber witze gemacht, dass beim Drehen die Elefanten und Gnus aus dem Bild gescheucht werden mussten. Ich habe ein paar widersprüchliche Aussagen darüber gelesen wieso noch einmal in Südafrika gedreht wurde, aber Fakt ist, dass der Drehort nicht überzeugt. Dabei spielt die Lokation in der Hanldung sowieso nur eine untergeordnete Rolle und könnte mit ein zwei umgeschriebenen Szenen auch überall sonst auf dem Globus spielen. Doch meine Kritik geht noch weiter: Es gibt eigentlich kaum etwas, was man nicht schon in den vorherigen Filmen besser gesehen hat, der Großteil des Casts ist eindimensionales Graboidenfutter, das ständige Gelaber über „Balls“ ist verstörend und selbst Hauptdarsteller Michael Gross aka Burt Gummer war schon mal überzeugender. Da hilft es auch nicht, wenn man jede noch so unbedeutende Szene in Zeitlupe zeigt. Nachdem das alles gesagt ist, muss ich jedoch trotzdem zugeben, dass mich auch Tremors 6 unterhalten hat. Ja, die Filme werden immer blöder und auch was die Wurm-Action angeht, ist „Ein kalter Tag in der Hölle“ bei weitem nicht so spektakulär wie sein direkter Vorgänger, lediglich die Computereffekte bewegen sich immer noch auf einem hohen Niveau (für eine Direct-to-Video-Produktion). Ich weiß nicht, was mich hier blendet: Der Low-Budget-Charme, oder meine nostalgischen Gefühle für die Reihe – vielleicht lenkt Jamie Kennedys nervige Figur Travis einfach nur von dem restlichen negativen Kram ab. Der sechste Tremors ist immer noch okay.

 

Mein Fazit: 5 von 10 Graboidenvergiftungen

Keiner der Tremors-Filme nach dem zweiten Teil war besonders überzeugend. Alle hatten irgendwo Macken. Tremors 6 ist vielleicht der schlechteste unter ihnen, aber ich finde den Qualitätsunterschied nicht derartig gravierend wie manch anderer. Ich würde mich aber trotzdem auf eine Verbesserung der Reihe im siebten Teil freuen und vielleicht auf Neuerungen im Franchise die sich nicht nur auf das Setting beschränken…

Ach ja, ich habe ja in der Einleitung davon gesprochen, dass zwei Tremors-Projekte in Arbeit waren! Tatsächlich hat Kevin Bacon an einer eigenständigen Tremors-Fernsehserie gearbeitet, die alle Fortsetzungen ignoriert hätte. Allerdings war die produzierte Pilotfolge anscheinend so schlecht, dass kein Sender oder Streamingdienst die Serie haben wollte – und das will was heißen, wenn man sich den Rotz gibt, der es teilweise auf Netflix und Co schafft. Kevin, altes Haus – mach doch keine Solotrips, sondern komm zurück an Bord und steig bei Tremors 7 ein! Mit einem Namen wie Kevin Bacon könnte man vielleicht auch genügend Budget in die Produktion stecken, dass man vielleicht auch wieder an Orten drehen kann, die so aussehen wie die Orte die sie darstellen sollen!