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Mrz 03

Tyrannosaurus Rex: Most Badass Thing EVER

Alle paar Monate kann ich mich nicht mehr halten und muss etwas über Dinosaurier schreiben. Zuletzt hab ich mal etwas über das Flussmonster Spinosaurus und dem friedlichen Klauenträger Therizinosaurus getippt, aber heute beschäftigen wir uns mit jedermanns Liebling: Dem mothafukkin T. REX!
Seit seiner Entdeckung vor über hundert Jahren ist der Tyrannosaurus der beliebteste und bekannteste Dinosaurier. Ich glaube, fast jedes Kind hatte einen Plasik-T.Rex irgendwo rumliegen. Der König der Tyrannenechsen ist der Lieblingsdino von vielen Leuten. Aber hat er das verdient? Ist der Tyrannosaurus tatsächlich so verdammt cool, dass er würdig ist als Aushängeschild aller Dinosaurier zu dienen? Meiner Ansicht nach auf jeden Fall! T. REX steckt so dermaßen voller Überraschungen und Superlativen, dass es einem wirklich schwer fällt den Burschen nicht zu lieben.

 

TREX ARME

Klein aber OHO!

Arnold-Arme
Schaffen wir gleich mal diesen Punkt aus der Welt. Der Tyrannosaurus ist zwar eines der größten und furchteregendsten Raubtiere, die es jemals gab, aber ironischer Weise gibt es kaum einen anderen Dinosaurier über den sich so viel lustig gemacht wird. Grund sind natürlich seine lächerlich kleinen Arme. Warum hatte der T.Rex so kurze Ärmchen? Naja, dadurch, dass seine Hauptwaffe sein gigantisches Maul war, dazu später mehr, waren die Arme einfach nicht so wichtig und wurden immer kleiner. Doch die zweifingerigen Patschehändchen waren nicht nichtnutzig. Wenn der Tyrannosaurus sie garnicht gebraucht hätte, hätten sie sich komplett zurückentwickelt, wie die Gliedmaßen einer Schlange. Vermutlich hielt sich bei der Fortpflanzung das Männchen so an seiner Gattin fest, oder der Tyrannosaurus hielt seine bereits erlegte Beute mit ihnen. Genügend Power dafür war vorhanden. Die Arme waren zwar nur in etwa so groß wie die eines Menschen, saßen aber an gigantischen Muskelpaketen. Man geht davon aus, dass T.Rex mit einem Arm gute 200 Kilo heben konnte. Mit beiden würde er also stolze 400 Kilo stemmen können. Das macht ihm nicht mal Arnold Schwarzenegger nach.

Mega-Maul
Wie schon erwähnt, war die Hauptwaffe des Tyrannosaurus sein gewaltiges Gebiss. Anders als bei vielen anderen Raubtieren, insbesondere Raubsauriern, waren die Zähne des T.Rex nicht geformt wie Steakmesser, mit denen mann sich Fleischhappen aus seiner Mahlzeit schneidet. Tyrannosaurus hatte gewaltige bananenförmige Meißel, die sich durch das Fleisch seiner Opfer gruben und kein Problem hatten dessen Knochen zu knacken. Sein Schädel war unglaublich stabil gebaut und hatte Ansatzflächen für gewaltige Muskeln. Man konnte anhand von Computermodellen und in Vergleichen mit Vögeln und Alligatoren errechnen wie stark der Kiefer von T.Rex war. Beim beissen wirkten an der Spitze eines Zahnes 58 Tonnen. Das ist selbst für ein Tier seiner Größe ein verdammt hoher Wert. Mehr als doppelt so stark wie ein Weißer Hai zu beisst und 8 – 10 mal so stark wie die größten, modernen Krokodile. Es gab also kaum etwas das Tyrannosaurus nicht zwischen seinen Kiefern zermalmen konnte.

TREX AUGEN

Von wegen Adler-Auge! T.Rex-Auge!

Adler-Augen
Wir alle kennen die Szene aus Jurassic Park, in der der T.Rex den Jeap mit den Kindern angreift. Dr. Grant schafft es Timi und Lex zu retten, da das Sehvermögen des Tyrannosaurus nur auf Bewegung basiert. Bewegst du dich nicht, bist du für ihn unsichtbar. Im Film ist das toll, aber im echten Leben wären Grant und die Kids wohl nicht so einfach davon gekommen. Tyrannosaurus Rex konnte nämlich verdammt gut sehen. Wenn man sich ansieht wo Tyrannosaurus Augen im Kopf sitzen und wie sein Schädel geformt ist, fällt einem auf, dass sie beide nach vorne gerichtet sind und trotz der großen Schnauze ein freies Blickfeld haben. Die Sichtfelder beider Augen überschneiden sich, so dass der Tyrannosaurus eine fantastische räumliche Wahrnehmung gehabt hatte. Doch damit nicht genug. Anhand des sich überschneidenden Blickfeldes und der Größe der Augäpfel konnte man Vergleiche mit Adlern, Hühnern und Alligatoren ziehen. Das Ergebnis ist, dass Tyrannosaurus im besten Fall 13x so gut sehen konnte wie ein Mensch. Der Adler sieht, zum Vergleich 3,6x so gut wie wir. Auch von der Sehweite spielt der prähistorische Gigant in einer anderen Liga. Man vermutet, dass er bis zu 6 Kilometer weit klar sehen konnte, während man als Mensch nur knappe 1,6 Kilometer richtig gut sieht. Diese Angaben sind die Optimalwerte dieser Tests und Vergleiche, doch selbst wenn T.Rex dieses Potential nicht voll ausschöpfte, so wäre es einfach unlogisch, wenn ein Tier mit einem Paar stereoskopischen, grapefruitgroßen Augen nicht gut sieht.

Super-Schnüffler
Aber nicht nur mit seinen Augen kann der Gute auftrumpfen, auch sein Riechkolben war wohl außerordentlich gut. Durch CT-Scans des Schädel von Tyrannosaurus wissen wir, wie die Umrisse seines Hirns aussahen. Dadurch konnte man erkennen, dass die Teile, in denen Geruchs- und Sehzentrum lagen verdammt groß waren. Im Vergleich zu anderen Dinosauriern wie Allosaurus oder dem Velociraptor hatte T.Rex eindeutig die Nase vorn. Vergleiche mit den sensiblen Näschen von Bluthunden und Geiern sind beim Tyrannosaurus durchaus angebracht.

 

Schöner, gefiederter Tyrann
Inzwischen haben wir eigentlich schon lange den Punkt passiert, an dem wir darüber disskutieren ob Dinosaurier Federn hatten oder nicht. Viele, wenn nicht sogar alle Theropoden, also zweibeinige Fleischfresser wie der Velociraptor oder eben auch Tyrannosaurus, waren gefiedert. Vor allem aus dem asiatischen Raum, der einige Gesteinsformationen aufweist, die Federn sehr gut erhalten, kommen immer mehr Funde, die den Federreichtum des Mesozoikums belegen. Für viele Dinosaurier wurden jedoch noch keine direkten Federnachweise gefunden. Das liegt ganz einfach daran, dass es seeeeeehr unwahrscheinlich ist, dass so filegrane Sachen wie Federn versteinern. Doch, was T.Rex angeht, haben wir vor einiger Zeit ein paar gute Indizien bekommen, die auf Federn hinweisen. Zu erst wäre da Dilong, ein etwa Schäferhund-großer, sehr früher Ahn des Tyrannosaurs. Sein Fossil wies Federabdrücke auf. 2012 wurde allerdings der Knallerfund gemacht. Yutyrannus Huali, der Schöne, gefiederte Tyrann, ist ebenfalls ein asiatischer Vorfahr von T.Rex. Von Yutyrannus fand man gleich drei Exemplare unterschiedlichen Alters, die alle von Kopf bis Fuß in primitive, längliche Flaumfedern gepackt waren. Der 9 Meter lange und geschätzt 1400 Kilo schwere Zeitgenosse hält im Moment den Rekord für das größte Geschöpf bei dem Federn direkt nachgewiesen wurden. Bei dem Flaum in seiner Verwandtschaft ist es also wahrscheinlich, dass auch T.Rex Federn trug. Wir wissen nicht wieviel von Tyrannosaurus von Federn bedeckt war, oder ob er vielleicht nur zu einem Altersstadium Federn trug, aber es wäre doof den gefiederten T.Rex so kategorisch abzulehnen, wie es z.B. Jurassic World gemacht hat.

TREX WACHSTUM

Sie werden so schnell groß…

Riesenwuchs im Zeitraffer
Sue ist eines der größten und vollständigsten Tyrannosaurusskelette. Sue ist 4 Meter hoch und gute 13 Meter lang gewesen. Schätzungsweise brachte sie es auf 7 bis 9 Tonnen Lebengewicht. Anhand der „Jahresringe“ in ihren Knochen konnte man bestimmen, dass sie zum Zeitpunkt ihres Todes 28 Jahre alt war. Doch wie alle Dinosaurier schlüpfte Sue aus einem nicht all zu großen Ei. Durch die Funde von unterschiedlich alten Tyrannosauriern hat man erfahren wie schnell T.Rex wuchs um von der Größe eines Truthans bis zur eineinhalbfachen Masse eines afrikanischen Elefanten heran zu reifen. Ein jugendlicher T.Rex-Teenie war schlanker und flinker wie seine Eltern, konnte aber natürlich nicht die gleiche, gigantische Beute reißen wie diese. Darum ernährte er sich von kleinen, schnellen Leckerbissen. Mit 10 Jahren war er bereits groß genug gewesen um einen Menschen bequem den Kopf abzubeißen, doch mit ca. 14 Jahren fing Tyrannosaurus an explosionsartig zu wachsen. In der Zeit bis zu seinem 20sten Geburtstag hat er sein Gewicht verfünffacht! Pro Tag legte er in dieser Phase ca. 2 Kilo zu. Vom grazilen Läufer zum massigen Monster – und ihr dachtet eure Pubertät wäre aufregend gewesen. Mit 20 würde das Wachstum wohl langsamer – jedoch noch nicht aufhören. Tatsächlich sind selbst bei Sue noch Anzeichen in den Knochen zu erkennen, dass sie noch weiter gewachsen wäre. Jedoch schien T.Rex ab einen gewissen Zeitpunkt nicht mehr direkt größer, sondern eher massiver, robuster und massiger zu werden. Die geschätzte Maximallänge liegt übrigens bei 15 Metern.

Der Michael Myers der Kreidezeit
Das Tempo von T.Rex ist oft ein Streitthema unter Forschern. Wie schnell war der Fleischfresser? Kann ein Tyrannosaurus einen fahrenden Jeap einholen? Wohl nicht. Ein ausgewachsener T.Rex ist schlicht zu schwer um richtig flink zu sein. Allerdings hatte recht lange Beine, die ihm ermöglichen große Schritte zu machen und die für ein schnelles Tier sprechen. Es kommt die alte Jäger oder Aasfresserdebatte auf. War Tyrannosaurus schnell genug um selbst Beute zu schlagen? Meiner Meinung nach ja. Erstens gibt es verheilte Bissspuren von T.Rex am Schwanz eines Hadrosaurus. T.Rex hat das Tier also verfolgt und gebissen. Die Wunde ist jedoch wieder verheilt, was zeigt, dass der Hadrosaurus keine Leiche war als Rexi einen bissen von ihm nahm. Das ist Jagdverhalten. Generell finde ich die Idee eines reinen Aasfressers einfach nicht überzeugend. Jäger fressen Aas wenn sie die Chance dazu haben – Aasfresser jagen auch gerne. Hyänen sind als Aafresser verschrien, zählen aber tatsächlich zu den erfolgreichsten Jägern der afrikanischen Savanne. Den neuesten Studien zu folge lag Tyrannosaurus Höchstgeschwindigkeit bei 30 km/h. Damit kann er dich einholen. Locker. Denn anders als wir keuchenden Säugetiere, haben Theropode Dinosaurier wie der Tyrannosaurus, der Velociraptor oder alle modernen Vögel, ein weitaus effizienteres Atmungssystem. Sprich, T.Rex war ein sehr ausdauernder Läufer. Zudem muss man auch berücksichtigen, dass sich ein ausgewachsener Tyrannosaurus an Beute heranmachte, die ebenso elefantös war wie er selbst. Anders als ein Löwe, der eine rasend schnelle Gazelle jagd, waren T.Rex Beutetiere wie Hadrosaurus, Triceratops oder Ankylosaurus auch nicht die Schnellsten. Dafür waren sie jedoch gut gerüstet. Hadrosaurier wie der Edmontosaurus waren ziemlich groß und lebten in Herden. Triceratops und Ankylosaurus hatten dagegen Hörner, Panzer und Keulenschwänze. Nur ein riesiger Jäger mit Kiefern, die  durch die knochigen Verdeidigungsmechanismen von Triceratops und Co. brechen konnten, konnte es wohl mit diesen knallharten Pflanzenfressern aufnehmen. Ich glaube Tyrannosaurus hat seine Beute erbarmungslos gestalked wie ein Killer in einem Slasherfilm. Durch seine Supersinne konnte er sein Ziel nicht verlieren. Weil er so ein ausdauernder Läufer war, konnte ihm die Beute nicht entkommen. Und wenn er dann zuschlug, war er durch seine Größe und seine kraftvollen Kiefer im Vorteil.

 

Tyrannosaurus ist nicht ohne Grund einer der beliebtesten Dinos. Und er hat sogar noch mehr auf dem Kasten als die meisten Wissen. Ein Spitzenprädator, dem damals nichts das Wasser reichen konnte. Er ist der Inbegriff für Power und alles was an Dinosauriern großartig ist. Ich bin vollkommen vom Tyrannosaurus Rex begeistert und hoffe etwas von meiner Faszination hat auf euch abgefärbt. Und wenn das nicht der Fall ist, hoffe ich, dass euch zumindest mein Bild eines T.Rex gefällt, das ich hier gemalt habe.

trex3

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  1. “POWER RANGERS” (2017) Review » Degl-Toons

    […] Roboter, der Power Rangers – und verdammt, ich habe das Design total bescheuert gefunden. Der Tyrannosaurus- und Pterodactylus-Zord waren okay, aber ein sechsbeiniger Triceratops und ein achtbeiniges […]

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