«

»

Nov 18

“WESTWORLD” (1973) Review

Kaum eine neue Serie macht derzeit so viele Schlagzeilen, wie HBOs neues Format “Westworld”. Die meisten von euch wissen, dass die Serie keine komplett neue Idee ist, sondern die Adaption eines Films aus den frühen 70ern. Heute werde ich mal einen Blick auf diesen Streifen werfen und euch sagen ob es sich lohnt das Original anzusehen. Wie immer, erst mal was zur Handlung:

westworld-titleIn einer nicht all zu fernen Zukunft hat sich ein Vergnügungspark der Superlative etabliert. Mitten in der Wüste steht DELOS. Hier wird es einem für 1000 Dollar pro Tag ermöglicht einen Abenteuerurlaub im alten Rom (Roman World), im dunklen Mittelalter (Medival World) oder im wilden Westen (West World) zu verbringen. Diese Illusion entsteht nicht etwa durch verkleidete Schauspieler, sondern durch hochentwickelte, lebensechte Roboter, die die jeweiligen Welten bevölkern und mit Leben erfüllen. Die Freunde Peter und John wollen sich in Westworld eine schöne Zeit machen. John ist Feuer und Flamme, Peter ist jedoch etwas skeptisch. Er braucht etwas um gefallen an dem Konzept des Parks zu finden, aber nachdem er sich bei Schießereien behauptet hat und eine stürmische Nacht mit einer Roboterdame verbringt, findet er gefallen an DELOS. Doch der Park hat ein paar Probleme. Einige Roboter reagieren nicht mehr auf die Befehle aus dem Kontrollraum. Anstatt sich verführen zu lassen, oder in einem Kampf zu verlieren, folgen die Maschinen nun ihren eigenen Kopf. So wird der Roboterrevolverheld, mit dem Peter und John zuvor leicht fertig wurden zum unaufhaltsamen Killer. Und von einem Moment zum anderen wird aus DELOS eine riesige Todesfalle.

Moment, ein High-Tech-Freizeitpark dessen Attraktionen Amok laufen? Das erinnert nicht aus Zufall an Jurassic Park. Das Buch Jurassic Park, dass von Stephen Spielberg auf die Leinwand gezaubert wurde, schrieb nämlich Micheal Crichton. Und eben dieser Michael Crichton hat Jahrzehnte zuvor den Roman Westworld geschrieben und danach auch selbst Regie bei dessen Verfilmung geführt. Die Idee hinter dem Film ist cool und war (zumindest zu der Zeit) recht unverbraucht. Wer würde nicht gern dem Alltag entfliehen und in einer Abenteuerwelt alles machen was ihn in den Sinn kommt, ohne irgendwelche Konsequenzen fürchten zu müssen? Komplett lebensechte Roboter in den Mix zu werfen finde ich persönlich ein wenig übertrieben, aber im Film funktioniert es und wirkt plausibel. Es war übrigens extrem clever den Schauspieler Yul Brynner als Robotercowboy zu besetzen und ihn auch noch in das gleiche Kostüm zu stecken, das er in seiner Paraderolle in „Die glorreichen Sieben“ trug. Das ist so als würde man einen Film über rebellierende Roboterpiraten drehen und Johnny Depp wäre in Jack Sparrow Montur dabei. Man muss Westworld hoch anrechnen, dass er einige Filmemacher inspiriert hat – James Cameron wird nicht von der Hand weisen können, dass sein Terminator eine frappierende Ähnlichkeit mit dem namenlosen Revolverhelden hat, auch wenn Arnie nicht diese coolen, silber glänzenden Augen hatte. Doch so cool das Szenario ist, Westworld hat auch seine Schwächen. Teilweise fand ist es nicht verständlich wie dieser Park funktionieren soll. Einerseits wird zwar erklärt, dass die Pistolen nur auf Roboter schießen können, damit die Besucher sich nicht gegenseitig verletzen oder gar umbringen können, doch in der Mittelalterwelt laufen alle mit echten Schwertern rum, die ja auch nicht gerade ungefährlich sind. Es gibt noch weitere Kleinigkeiten, die einfach kaum Sinn ergeben. Generell ist die filmische Umsetzung recht durchschnittlich. Ich liebe Michael Crichton – er ist einer meiner absoluten Lieblingsautoren – aber als Regisseur ist er eben nur Mittelmaß und behandelt die Themen des Films etwas zu oberflächlich. Nichts desto trotz ist Westworld ein interessantes Filmchen das seine Momente hat und unterhält.

 

Mein Fazit: 6,5 von 10 Sexrobotern, die ich nicht sauber machen will

Eine Mischung aus Jurassic Park und Terminator im Wild West Gewand. Der Film ist ohne Zweifel ein Produkt seiner Zeit und ich glaube keiner wird bereuen sich den Streifen mal anzusehen. Aber das hier ist einer der seltenen Fälle, bei denen ich überhaupt nichts gegen ein Remake in Film- oder Serienform habe. Im Gegenteil, ich glaube Westworld hat mehr als genügend Potential, das noch nicht ausgeschöpft wurde.