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Aug 07

Wie ich von Ausserirdischen und Messermördern heimgesucht wurde

schlafparalyseEines nachts, vor ein paar Jahren, geschah mir etwas fürchterliches. Eigentlich war alles normal: Ich lag im Bett neben meiner Freundin und schlief den Schlaf der Gerechten. Dann wachte ich jedoch auf. In meiner damaligen Wohnung befand sich gegenüber vom Bett ein großes Fenster, dass einem den Ausblick auf einen Fußballplatz und ein Waldstück ermöglichte. In dieser Richtung standen keine Häuser und man konnte immer sehr viel vom sternenbehangenen Himmel sehen. Es war eine klare Sommernacht und die Sterne schienen hell. Plötzlich geschah etwas erschreckendes: Einer der Sterne schien über den Himmel zu gleiten. Völlig anders als ein Flugzeug oder ein Hubschrauber fegte das Licht über den Himmel, änderte die Richtung und steuerte langsam direkt auf mein Fenster zu. Mein kompletter Körper erstarrte – ich konnte, so sehr ich mich auch anstrengte keinen Muskel bewegen. Das gleißend helle Licht befand sich nun direkt über den Sportplatz, keine hundert Meter entfernt. Ich verfiel in Panik, schreckliche Panik, vergleichbar wenn man zu ertrinken droht. Meine Freundin lag friedlich schlafend neben mir, während ich gebannt den Horror immer näher kommen sah. Ein schreckliches Gewicht drückte auf meine Brust und so sehr ich schreien wollte, meine Freundin warnen oder mich irgendwie aus den Bann des Lichtes befreien wollte, ich war gelähmt und zu nichts fähig. Das Licht war nun so nah, dass es das komplette Fenster ausfüllte und ich spürte unbekannte Präsenzen die sich ins Zimmer bewegten. Ich schreckte hoch. Immer noch zitternd und schweißgebadet schaute ich mich im um. Alles war wieder normal. War alles nur ein Traum? Nein, ich war schließlich wach! Ich weiß, dass ich wach war und das geschehene fühlte sich vollkommen real an – aber was ist mit mir geschehen? Ich brauchte einige Minuten um mich zu beruhigen und meine Gedanken zu sortieren. Seit meiner Jugend habe ich mich schon für Außerirdische und diese Entführungsgeschichten interessiert und vielleicht hätte mich dieses Erlebnis zum paranoiden Verrückten gemacht wie Randy Quaid in Indipendence Day, doch ich konnte mich in dieser Nacht auch an eine andere Erklärung erinnern: Woran ich litt nennt man Schlafparalyse.

Schlafparalyse ist eigentlich etwas völlig normales. Wenn man in die Tiefschlafphase verfällt kappt das Hirn die Muskelsteuerung. Wenn es das nicht machen würde, würde man beim Schlafen jede Bewegung, die man im Traum ausübt auch tatsächlich durchführen, wodurch man wie ein Fisch am trockenen im Bett zappeln würde. Diese Funktion soll einem davor schützen, dass man sich im Schlaf nicht selbst verletzt und ermöglicht einen tiefen Schlaf eigentlich erst. Manchmal, bei manchen Leuten gibt es an dieser Stelle jedoch einen Aussetzer. Man wacht auf und die Paralyse ist noch in Kraft, oder der Körper verfällt in die Paralyse bevor man richtig eingeschlafen ist. Das Ergebnis ist, dass man sich nicht nur wie gelähmt fühlt, sondern eher wie straff gefesselt und dem Erstickungstod nahe. Egal wie sehr man versucht sich zu bewegen, es funktioniert nicht. Und dadurch setzt sofort ein Panikgefühl ein. Das ist schonmal scheiße, aber das richtig fiese ist, dass man in diesem Zustand extrem anfällig für Halluzinationen ist. Ich wette eine Vielzahl von Menschen, die felsenfest behaupten sie wurden von Außerirdischen entführt oder trafen auf Geister, litten an dieser Schlafstörung. Alte Geschichten, von dämonischen Wesen wie den Inkubus oder dem Nachtmahr gehen mit ziemlicher Sicherheit auch darauf zurück. Diese Leute Lügen nicht, sondern glauben tatsächlich was sie sagen, ihnen ist nur das Phänomen der Schlafparalyse unbekannt. Ca. 8% aller Menschen werden zumindest 1 mal Opfer der bewussten Schlafparalyse – und ich glaube man kann viele Missverständnisse und Aberglauben bekämpfen wenn man nur einmal etwas darüber gelesen hat. Bisher hatte ich 3 derartige Erfahrungen. Das zweite Mal, dass ich in die Schlafparalyse verfiel war ich voll und ganz davon überzeugt, dass jemand in meine Wohnung eingebrochen ist und diese schwarze Gestalt mit einem Messer um mein Bett schleicht. Ich will hier nochmal erwähnen, dass man das nur teilweise als „Alptraum“ abtuen kann. Wie gesagt, ist man eigentlich wach, oder in einem sehr leichten Schlaf und bei Bewusstsein, während man gefesselt Geißel seiner eignen Fantasie ist.

Erst vor ein paar Tagen wurde ich ein drittes mal davon geplagt. Dieses mal schafft ich es jedoch einiger maßen die Ruhe zu bewahren. Ich war mir sofort bewusst in welcher Situation ich mich befand und als ein starkes dröhnendes Geräusch sich breit machte, ich gefesselt da lag und spürte wie links neben dem Bett etwas dastand, schaffte ich es rational zu bleiben und den „Bann“ zu brechen. Auf einen Schlag war wieder alles normal. Aber wieso schreibe ich hier auf meinen Blog, der sich zu 90% um Filme dreht über so etwas? Aus zwei Gründen: 1. Ich war schon eine Zeit lang nicht mehr im Kino um neue Reviews für euch zu schreiben und meine Erfahrungen mit der Schlafparalyse geben eine schöne Story ab. 2. Ich will verhindern, dass jemand von euch, falls er oder sie ebenfalls eines nachts diese Schlafstörung haben, das Opfer von Aberglauben und Paranoia werden. Den meisten wird das nie widerfahren, einige werden ein- oder zweimal Nachts erstarren. Und bei ganz wenigen wird die Sache chronisch. Wichtig ist nur, dass man ruhig bleibt und versteht was da gerade geschieht. Und jetzt gehört ihr zum erlesenen Kreis, die nicht zu Verrückten werden, nur weil sie mal „schlecht geschlafen“ haben.

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