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Nov 15

“ZEIRAM” (1991) Review

Es sind komische Zeiten, in denen ich wenig Lust auf schwere Filmkost oder auf Filme mit amerikanischen Fokus habe. Aus dem Grund möchte ich euch einen kleinen, feinen Action-Sci-Fi-Streifen ans Herz legen. Ein Film, der einen Charme versprüht, der nur von einem japanischen Direct-to-Video Film aus den frühen Neunzigern stammen kann. Also um was geht es in Zeiram und was ist Zeiram eigentlich?

zeiram1991Ihr seit nicht allein mit der Frage, denn Teppei und Kamiya, zwei stinknormale Elektriker in farbenfrohen Arbeitskleidung haben auch keine Ahnung was Zeiram ist. Dafür weiß dies die intergalaktische Kopfgeldjägerin Ilia. Zeiram ist eine schwer zu tötende Biowaffe mit einer Schädelform, die an einen Bambushut erinnert und er befindet sich auf direkten weg zur Erde. Doch Ilia ist ihm einen Schritt vorraus und will sich dem Aliengauner in einer künstlich geschaffenen Zone stellen, aus der er alleine nich flüchten kann und die Menschen auch nichts von dem Kampf bemerken. Doch Teppei und Kamiya stören Ilia bei ihrer Vorbereitung, stolpern ebenfalls in die Zone und müssen sich nun auch Zeiram stellen.

Ich bin auf Zeiram gestoßen als ich mich auf der Suche nach mehr Filmen von Keita Amemiya befand, der mich bereits im Frühjahr mit seinem kurz-knackigen japano-Spektakel “Kamen Rider ZO” begeisterte. Anders als bei dem fürs TV produzierten Kurzfilm aus dem Kamen Rider Franchise, hat Keita hier volle Spielfilmzeit um seine Figuren zu etablieren und versucht sich auch an etwas Humor. Dabei ist es natürlich von Vorteil, dass er in einer der Hauptrollen Yukijiro Hotaru hat, der auch in Shusuke Kannekos Gamera-Trilogie eine tragende Rolle spielte und ein natürliches Talent hat sich etwas zum Affen zu machen. Hotaru spielt den älteren, überheblichen Kamiya, der oftmals seinen jüngeren unterstellten Teppei (gespielt von Kunihiro Ida) zurecht weist. Kopfgeldjägerin Ilia wird verkörpert von Yuko Moriyama, die die badass Kopfgeldjägerin mit der für diese Art von Film passenden Menge an cheese gespielt wird. Der Film ist bei Zeit recht absurd und es tut dem Streifen gut, dass er nicht bierernst ist. Dass einem hier kein Actionfilm nach Hollywoodmaßstäben präsentiert wird muss einem schon klar sein. Die Monstereffekte reichen vom Level einer ordentlichen Power Rangers-Episode zu ein paar körnigen Stop-Motion-Einlagen, aber gerade hier liegt der Spaß. Der handgemachte Bodyhorror der aus dem immer wieder von den Toten zurückkehrenden Zeiram entsprießt ist für Special Effect-Fans ein wahrer Augenschmauß. Es bleibt bis zu letzt interessant und (obwohl man ja von Anfang an davon ausgeht, dass der Streifen ein Gutes Ende haben wird) auch stehts spannend.


daumen-hoch-doppelMein Fazit: Zwei Daumen nach oben

Das Leben muss nicht immer schwer und kompliziert sein. Manchmal reicht es, wenn man sich einfach einen japanischen Low-Budged-Film gibt in dem eine taffe Kopfgeldjägerin Alienungeheuer aus Gummi verkloppt, während zwei tollpatschige Elektriker versuchen nicht zu Monterfutter zu werden. Es ist einfache Unterhaltung für ein Nischenpublikum, das gebe ich zu – aber wenn man so wie ich Teil dieser Nische ist, dann ist Zeiram ein wahres Fest.